RE-DESIGNING THE EAST

Monika Rak, EQUALITY. 20 years – time for changes, 2009
Tomasz Sarnecki, High Noon. 4. Juni 1989, 1989
Gerard Lewandowski, Solidarity's First Year, 1981
Michał Szlaga, Ohne Titel, 2007
© Pracha Suveeranont
© Pracha Suveeranont
© Activism of Graphic Imagination
© Activism of Graphic Imagination
© Activism of Graphic Imagination
© Activism of Graphic Imagination
Studio von Joska Skalnik, Foto: Jan Matousek
Joska Skalník, Poster (Detail), 1978
Design & People (Logo)

Politisches Design in Asien und Europa

AUSSTELLUNGSSEKTIONEN

POLEN
Das Solidarnosc-Logo

Kurator: Maks Bochenek
DesignerInnen und KünstlerInnen: Jerzy Janiszewski, Grzegorz Klaman, Gerard Lewandowski, Andrzej Pagowski, Monika Rak, Tomasz Sarnecki, Marek Sobczyk, Michał Szlaga, Henryk Tomaszewski, Ania Witkowska, Ewa Bałuk-Zaborowska
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Die vom Wyspa Institute of Art konzipierte Sektion der Ausstellung bezieht sich auf das Solidarnosc-Logo, das der Designer Jerzy Janiszewski in einer spontanen Reaktion auf die Situation der polnischen Arbeiter und ihren Kampf gegen das kommunistische System entwarf. Es wurde zum Geschenk an die gesamte polnische Gesellschaft, die sich im Geist der Solidarität vereinte. Seit seiner ersten Verbreitung in polnischen Städten sind dreißig Jahre vergangen. Die Sektion möchte den Einfluss aufzeigen, den die dynamischen Entwicklungen innerhalb der Politik, Wirtschaft und Gesetzgebung auf den Gebrauch und die Wahrnehmung des Solidarnosc-Logos ausübten, das vom Symbol einer vereinten Gesellschaft zu einem Markenzeichen wurde. Neben Dokumenten, Postern und Nachdrucken werden Werke von Künstlern gezeigt, die diese Veränderungen beleuchten.

THAILAND
Die beschädigte Marke Thailand. Ein Fall von politischem Design in
einem zerrütteten Paradies

Kuratorin: Keiko Sei
Designer: Pracha Suveeranont
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In Thailand vollzieht sich derzeit ein historischer Wandel. Zum ersten Mal nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs findet eine größere Machtverschiebung statt. Der halbgöttliche König verliert aufgrund seines fortgeschrittenen Alters zunehmend an Einfluss, und verschiedenste Gruppierungen kämpfen unter Berufung auf die Demokratie um die Macht im Staat: ein Kampf, der, neben zunehmenden Gewaltkonflikten, nicht unwesentlich auf visueller Ebene ausgetragen wird und zugleich von wachsender Zensur geprägt ist. Die von Keiko Sei kuratierte Sektion stellt eine Auswahl von Arbeiten des thailändischen Designers Pracha Suveeranont vor, der unter anderem 2007 eine Kampagne entwickelte, die zum Wahlboykott gegen eine durch das Militär konzipierte neue Verfassung aufrief. Auf verschiedene Weisen greifen seine grafischen Arbeiten die zugespitzte politische Situation in Thailand auf.

SÜDKOREA
Verschwörung durch …
(Nationale Sicherheit / Die Entstehung des Wohlstands / Gemeinsame
Interessen)
Kuratorin: Nathalie Boseul Shin
Designer und Künstler: Activism of Graphic Imagination, Noh Suntag
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Die von Nathalie Boseul Shin gemeinsam mit der Designgruppe Activism of Graphic Imagination und dem Künstler und Aktivisten NOH Suntag konzipierte Sektion, verhandelt die aktuellen gesellschaftspolitischen Konflikte in Südkorea. Seit der Wahl des Hardliners Lee Myung-bak zum Präsidenten Südkoreas im Jahr 2008 hat sich das Verhältnis des Landes zu Nordkorea deutlich abgekühlt. Die neu erwachten „Kalter Krieg“-Rhetoriken, die mit einer zunehmenden Repression gegen linke Positionen einhergehen, fanden ihren Höhepunkt im Zusammenhang mit dem im März 2010 gesunkenen Kriegsschiff Cheonan, für das Nordkorea verantwortlich gemacht wird. Zugleich spitzen sich die Auswüchse eines ungehemmten Turbo-Kapitalismus in Mega-Unternehmungen wie das Vier-Flüsse-Projekt zu, das einen radikalen Eingriff in die vier Hauptflüsse des Landes vorsieht. Großprojekte zur urbanen Umgestaltung, zum Beispiel in Yongsan (Seoul), basieren auf der Enteignung großer Flächen an Wohnraum und mittelständischer Infrastrukturen. NOH Suntag und Activism of Graphic Imagination zählen zu einem breit gefächerten Netz des Widerstands gegen die aktuellen Politiken der Regierung. Ihre Aktivitäten und Designpositionen werden überdies im Kontrast zu jenem Designverständnis reflektiert, das in den derzeitigen Kampagnen zu „Seoul – Designhauptstadt 2010“ vermittelt wird.

TSCHECHIEN
Joska Skalník. Tschechoslowakischer Designer und Dissident
Kurator: Tomáš Pospiszyl
Designer: Jan Matoušek (Laboratory), Joska Skalník
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Tomáš Pospiszyl fokussiert in seiner Sektion die Arbeit des dissidenten Grafikdesigners Joska Skalník, der in den 1970er und 80er Jahren in der ehemaligen CSSR unter anderem für die unabhängige Underground-Organisation Jazz Section arbeitete. Während der sogenannten „Samtenen Revolution“ avancierte er zum Anführer dieser Bewegung und wurde schließlich offizieller Berater des 1989 gewählten Präsidenten Václav Havel. Seit den 1990er Jahren erhärtet sich der Verdacht, Skalník habe zugleich für dem Geheimdienst der CSSR gearbeitet: ein Vorwurf, den Skalník bis heute weder bestätigte noch dementierte. Für die Ausstellung lud Pospiszyl den jungen Designer Jan Matoušek (Grafikstudio Laboratory), der in der Zeit nach 1989 aufwuchs, dazu ein, sich aus seiner Perspektive mit dem Schaffen und Leben Skalníks auseinaderzusetzen.

INDIEN
Swaraj-Design. Möglichkeiten eines bewussten Lernens und Teilens
Kurator: Sethu Das
DesignerInnen: Design & People
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Design & People ist ein nicht-kommerziell arbeitender Zusammenschluss von DesignerInnen, SchriftsellerInnen und ArchitektInnen, die sich der Kommunikation sozialer, humanitärer, ökologischer und edukativer Projekte widmen. Das 2003 von Sethu Das in Kerala gergündete Netzwerk steht für eine „Copyleft“ Haltung innerhalb des Designbetriebs. Ihre Designprodukte können zu nicht-kommerziellen Zwecken sowie für die Lehre frei kopiert, verbreitet, verändert und präsentiert werden. Zugleich versteht sich Design & People als digitale Plattform eines offenen kritischen Wissensaustausch.
Design & People führt seine Open Design & Information-Philosophie auf Mahatma Gandhis Interpretation des Swaraj (Selbstverwaltung bzw. Selbstbeherrschung) zurück. Der Swaraj in Design-Ansatz impliziert gleichermaßen den Kampf um politische Selbstbestimmung und eine Designpraxis, die sich von Eigeninteressen und dem westlichen Konzept individualisierter kreativer Ausdrucksformen löst.

UNGARN
Denkmal der namenlosen Meute
Kuratorin: Nikolett Eross
Künstler: János Sugár
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Nikolett Eross und János Sugár greifen in ihrer Sektion die Frage nach der visuellen Repräsentation von politischen Umbrüchen, konkret der ungarischen Revolution von 1956, auf. Dabei beziehen sie sich auf das Denkmal-Konzept eines kommunistischen Freiheitskämpfers der 1956er-Revolution, István Angyal, der 1958 hingerichtet wurde. Angyal schlug vor, der „namenlosen Meute“ einen großen Pflasterstein zu widmen. Im Rahmen der Ausstellung zeigen Eross und Sugár eine Umsetzung dieser bislang nicht realisierten Idee in Form einer Styropor-Skultpur.

SONDERSEKTION / DEUTSCHLAND
Die Kunst, nicht dermaßen regiert zu werden

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