Hangar, 2016
una nueva lengua, 2017

Austauschstipendium

Baden-Württemberg + Katalonien 2017

Nach dem erfolgreichen Start in 2015, gibt es auch in diesem Jahr einen weiteren Künstleraustausch zwischen Baden-Württemberg und Katalonien.
Das auf Initiative des Goethe-Instituts Barcelona, der Kunststiftung Baden-Württemberg, dem Württembergischen Kunstverein und dem Kunstzentrum Hangar, Barcelona, ins Leben gerufene Austauschstipendium wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der katalanischen Landesregierung gefördert.

ERGEBNIS DER JURY 2017

Aus den katalanischen Bewerbungen wurden Antonio Gagliano (*1982) und Veronica Lahitte (*1980) ausgewählt. Beide Künstler werden im Juni und Juli 2017 nach Stuttgart kommen und am Ende ihres Aufenthaltes ihre Arbeiten präsentieren. Aus Baden-Württemberg wurden Sophie Innmann (*1986) und Anna Romanenko-Schiefer (*1983) von der Jury mit dem Stipendium ausgezeichnet. Die Künstlerinnen werden im September und Oktober 2017 in Barcelona ihr künstlerisches Vorhaben umsetzen.

P R O G R A M M

Dienstag, 13. Juni 2017, 19 Uhr
VORSTELUNG DER STIPENDIATEN + INFOABEND
Ort: WKV Glastrakt

Mit: Antonio Gagliano, Verónica Lahitte, Sophie Innmann, Anna Romanenko-Schiefer, Iris Dressler, Hans D. Christ (Württembergischer Kunstverein Stuttgart), Lena Lamprecht und Bernd Georg Milla (Kunststiftung Baden Württemberg)

Im Rahmen einer Abendveranstaltung werden die Stipendiaten zum einen sich und ihre Arbeitsweise vorstellen und zum anderen werden seitens der Kunststiftung Baden-Württemberg und des Württembergischer Kunstverein Stuttgart die Initiatoren des Stipendiums über das Austauschprogramm im Allgemeinen berichten.

Sonntag, 10. Dezember 2017, 19 Uhr
UNA NUEVA LENGUA (Eine neue Zunge)
Ausstellungseröffnung
der Stipendiaten ANTONIO GAGLIANO, VERÓNICA LAHITTE, ANNA ROMANENKO
Ort: WKV Querungen

UNA NUEVA LENGUA (Eine neue Zunge) ist eine räumliche Abhandlung, die Projekte von Antonio Gagliano (Argentinien, 1982), Verónica Lahitte (Agentinien, 1980) und Anna Romanenko (Russland, 1983) verbindet. Sie dreht sich um Begriffe wie Akzent, Nachbildung, Raub, Verflüssigung und den Rückstoß beim Feuern der Sprache.

UNA NUEVA LENGUA (Eine neue Zunge) plündert die Bedingungen der Möglichkeit, die notwendig sind damit ein Gespräch überhaupt stattfinden kann. Die Projekte versammeln Fallstudien zur klassischen Literatur, zur Geburt des Internets und zur Geschichte des Krieges um Szenen zu entfalten in denen Antagonismen, entweder als Charaktere oder Streitmächte Reize und technische Argumente austauschen. Die Botschaften entfalten sich in einer unübersichtlichen Gefühlslage in der die Widersacher in dem Wunsch sich zu verstehen, sich gegenseitig zu zerstören suchen.

Zur gleichen Zeit bringt das Projekt das Auftauchen von Nachbildungen, Duobles, Kopien und Neuschreibungen als eine notwendige Engführung zusammen um diese Urszenen zirkulär in der Zeit zu aktualisieren. Denn, was bringt es mit sich einen epischen Dialog zu entwurzeln und seine Angelegenheiten ins Jetzt zu verlegen? Wie kann man die Art und Weise in der sich Geschichte präsentiert befragen? Und: Kann eine Nachbildung auch eine Form von Katastrophe sein?

In jedem Fall birgt die Suche nach Material zwischen den Trümmern keinen nostalgischen Blick, sondern vielmehr das Insistieren auf Umdeutung von Fragmenten, das Zusammenfügen unerwarteter Konstellationen, die Spuren einer neuen Sprache.

S T I P E N D I A T E N 

Verónica Lahitte
(Buenos Aires, 1980) studierte Bildende Kunst an der Universidad National de las Artes in Buenos Aires, kritische Theorie und Museumskunde im Rahmen des Independent Studies Programs am Museu d’Art Contemporani Barcelona (MACBA) und Ästhetik und Kunsttheorie an der Universitat Autònoma de Barcelona. Die Konzeption ihrer künstlerischen Forschungsprojekte ist getragen von einem konstruktiven Willen für jeden Kontext eine spezifische Logik zu entwickeln und Modelle möglicher Verknüpfungen zu entwerfen. Sie präsentierte ihre Arbeiten u. A. in Museen und Kunstinstitutionen wie dem Palais de Glace (Buenos Aires), der Kunstuniversität (Linz), Det Kongelige Danske Kunstakademi (Kopenhagen), der Tate Liverpool, dem Museu d’Art Contemporani Barcelona und dem Arts Santa Mónica (Barcelona). Verónica Lahitte ist Mitbegründerin des in Barcelona ansässigen Kollektivs Diásporas Críticas. In der Zeit 2016-2017 führte sie eine dreisemestrige Lehr- und Forschungsresidenz am Institut für kritische Theorie und experimentelle Praktiken an der Kunsthochschule Guayaquil (Equador) durch.

Antonio Gagliano (Córdoba, Argentina, 1982) studierte bildende Kunst an der Universidad Nacional de Córdoba sowie kritische Theorie und Museumskunde im Rahmen des Independent Studies Programs am Museu d’Art Contemporani Barcelona (MACBA). Seine rechercheorientierten Projekte bedienen sich häufig der Medien der Zeichnung und des Schreibens als Werkzeuge um die Weisen wie Wissen erzeugt, geordnet und verbreitet wird zu untersuchen. Seine Werke waren in Ausstellungen zu sehen wie Manufactories of Caring Space-Time (MSK, Ghent, 2017), Anarchivo SIDA (Tabakalera, San Sebastián, 2016), La imposibilidad de nombrar lo que se mueve (FNA, Buenos Aires, 2015), Buno (solo show, Fundació Joan Miró, 2014), Nonument (MACBA, Barcelona, 2014), Moledo (solo show, Abelló Museum, 2012) und Havanna Open House (11th Havana Biennial, 2012) sowie andernorts. Seine Zeichnungen fanden Eingang in Publikationen von Verlagen wie dem Kulturspiegel, El estado mental, Beaux Arts, Paesaggio or Cultura/s. Sein erstes Buch The spirit of the XXth century erschien 2014 bei Album Editions. Seither ist Antonio Gagliano Redakteur im Son(í)a Radio Web MACBA.

Anna Romanenko (Moskau, UdSSR 1983) studierte Theaterregie an der Theaterakademie Hamburg sowie Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit performativen Prozessen, die sich anhand von Objekten ereignen. Sie arbeitet ortsbezogen in mehrjährigen Projekten, die sich in Form von Installationen, Lecture-Performances und Publikationen niederschlagen. Ihre Arbeiten entstehen in kollaborativen Prozessen und häufig während längerer Arbeitsaufenthalte und Künstlerresidenzen in unterschiedlichsten Ländern, in den letzten Jahren arbeitete sie am Hangar in Barcelona, an der Nida Art Colony in Litauen, an der Utopiana Residenz in Genf, am NRW Forum in Düsseldorf und am Sober and Lonely Institute for Contemporary Art in Johannesburg. Seit diesem Jahr ist Anna Romanenko artiste-chercheur im Programm „Document and Contemporary Art“ an der Ecole Européenne Supérieure de l’Image in Poitier, Frankreich. Anna Romanenko lebt und arbeitet in Stuttgart und Barcelona, sie ist Stipendiatin im Atelierprogramm des Künstlerhauses Stuttgart und Mitbegründerin des Stuttgarter Kollektivs Verlag für Handbücher.

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