Keine avancierte Kunst in Stuttgart?

Zu den geplanten Kürzungen der Stadt Stuttgart im Kulturbereich.

Es gibt in Stuttgart, in der Landeshauptstadt eines der reichsten Bundesländer Deutschlands, nur zwei Ausstellungsinstitutionen, die sich dezidiert der zeitgenössischen Kunst widmen und mit ihrem avancierten Programm nicht nur auf lokaler und regionaler, sondern auch auf internationaler Ebene seit Jahrzehnten hoch geschätzt werden: den Württembergischen Kunstverein und das Künstlerhaus Stuttgart. Aufgrund der derzeitigen Kürzungsvorhaben der Stadt Stuttgart im Kulturbereich, steht ihre Existenz nun auf dem Spiel. Die dramatische Situation ist Ergebnis von bereits seit Jahrzehnten schwindender öffentlicher Zuschüsse. Bereits heute wirtschaften die beiden Institutionen, wie viele andere Einrichtungen im Kulturbereich, mit einem Minimum an Personal. Die Zuschüsse decken längst nicht mehr die Fixkosten, obwohl diese auf die unterste Grenze zurückgeschraubt wurden, und das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm ist nur über Drittmittel, die kaum Planungssicherheit bieten, zu realisieren. Vor dem Hintergrund dieser prekären Situation, würden jegliche weiteren Kürzungen, auch wenn ihr Umfang zunächst noch so moderat erscheint, eine Fortsetzung der Programmarbeit unmittelbar gefährden und eine irreparable Lücke in der städtischen Kulturlandschaft hinterlassen.

Über die Tragweite dieser Entscheidung sollte die Öffentlichkeit nicht nur informiert, sondern auch an deren Diskussion beteiligt werden. Im Verbund mit allen Kultureinrichtungen, KünstlerInnen und insbesondere den BürgerInnen dieser Stadt möchten wir eine öffentliche Debatte zu den kulturpolitischen Zuständen in dieser Stadt anstoßen.

Wir informieren auf dieser Seite über Aktivitäten, Termine und Äußerungen zu diesem Thema. Sie finden Statements und andere Materialien.

e-stuttgart.org – Kulturpolitisches Forum für Suttgart

Neu:

e-stuttgart.org versteht sich als offenes Diskussionsforum zu den – im engeren und weiteren Sinne – kulturpolitischen Entwicklungen in Stuttgart. Vor dem Hintergrund jahrzehnetlanger Kürzungen und Stagnationen im Kulturbereich, den aktuell drohenden Reduzierungen städtischer Zuschüsse, den Diskussionen um die Abschaffung der Geisteswissenschaften an der Universität Stuttgart oder den kontroversen Debatten um „Stuttgart 21“, geht e-stuttgart.org im September 2009 online: Um die kulturpolitischen Zustände in dieser Stadt auf breiter Ebene zu diskutieren, Informationen zu bündeln und auf vielfältige Weise in Aktion zu treten.

Termine

KOMMENDE TERMINE

Donnerstag, 19. November 2009, ab 14 Uhr
ART PARADE
Treffpunkt:
Stuttgart West, Künstlerhaus Stuttgart, Reuchlinstrasse 4b
Wegstrecke: Von Künstlerhaus Stuttgart über Augusten- und Tübinger Straße zum Marktplatz vor dem Rathaus
Übergabe des "Stuttgarter Appells"
Abschlusskundgebung: ca. 16.30 Uhr, mit Prof. Beat Wyss (Kunstwissenschaftler) und Hans Peter Jahn (künstlerischer Leiter, Musik der Jahrhunderte).
Veranstalter: Verein Kunst08+


VERGANGENE TERMINE

Montag, 16. November 2009, 19 Uhr
Round Table zu den geplanten Kürzungen der Stadt Stuttgart im Kulturbereich // Diskussion: Stuttgarter Appell
Ort: Staatsoper Stuttgart, Foyer

Montag, 19. Oktober 2009, 19 Uhr
Arbeitstreffen, Slogan, Aktivitäten, Vorbereitung ART PARADE
Vor dem Hintergrund der geplanten Kürzungen städtischer Zuschüsse (unter anderem) im Kulturbereich, wurden Überlegungen nach einem Slogan oder Motiv angestellt, der/das zum Beispiel von allen Kultureinrichtungen (aber auch Privatpersonen) auf Bannern, T-Shirts etc. verbreitet werden kann. Erste Ideen hierzu sowie zu weiteren Aktivitäten (wie die geplante ART PARADE, am 19. November) sollen bei einem gemeinsamen Treffen, am Montag, den 19.10.2009  um 19 Uhr im WKV, besprochen werden, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Mittwoch, 7. Oktober 2009, 20 Uhr
Podium "Keine avancierte Kunst in Stuttgart?
Mit: Axel Wieder, Hans D. Christ und Iris Dressler, Jean-Baptiste Joly, Xavier Zuber, Christian Lorenz , Alice Koegel, Petra von Olschowski (Moderation)
Württembergischer Kunstverein Stuttgart

Dienstag, 6. Oktober 2009, 14 Uhr
Öffentliche Anhörung zum Thema im Ausschuss für Kultur und Medien
Rathaus Stuttgart, Marktplatz 1, Mittlerer Sitzungssaal

Was können Sie tun?

- Nehmen Sie an den Veranstaltungen zum Thema teil

- Werden Sie Mitglied des Künstlerhauses, Württembergischen Kunstvereins und/oder anderer Kultureinrichtungen dieser Stadt


- Schreiben Sie an den Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, Dr. Wolfgang Schuster, und an die Gemeinderatsmitglieder im Ausschuss für Kultur und Medien (gerne auch mit einer Kopie an uns).

- Mischen Sie sich aktiv in die öffentliche Diskussion ein

Pressestimmen zum Thema

Also doch - Geld schießt Kunst-Tore. In Stuttgart stehen der Württembergische Kunstverein und das Künstlerhaus nach Kürzungsankündigungen vor dem Aus.
Von Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, 1.10.2009
www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2219261_0_4396_-also-doch-geld-schiesst-kunst-tore.html
 
Für die Ausstellungsmacher wird es eng. Die Sparpläne der Stadt Stuttgart bringen viele in Bedrängnis.
Von Michael Werner, Stuttgarter Zeitung, 1.10.2009
www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2219200_0_4421_-fuer-die-ausstellungsmacher-wird-es-eng.html
 
Kein Geld für Ausstellungen. Gegenwart ist auch eine Kunst
Von Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, 15.09.2009
www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2198127_0_9223_-kein-geld-fuer-ausstellungen-gegenwart-ist-auch-eine-kunst.html

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Kürzungen
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