Tradition der Erbfeind, Modernismus der falsche Freund. Über den Architekt Hannes Meyer

Freitag, 8. November 2013, 19 Uhr
Vortrag von Francis Hunger (Leipzig)
Sprache: Deutsch

Francis Hunger beleuchtet in seinem Vortrag den Architekten und zeitweiligen Direktors des Bauhauses Dessau, Hannes Meyer, der einer doppelten Form des Vergessens unterworfen wurde: In der DDR dauerte es bis Mitte der 1980er-Jahre, bis sein vom Stalinismus diskreditiertes Schaffen, welches grob der funktionalistischen Architektur zuzuordnen ist, rehabilitiert wurde. Es unterlag dem Vorwurf des sogenannten Formalismus. In der Bundesrepublik wurde er wiederum wegen seiner kommunistischen Gesinnung von der Kunstgeschichtsschreibung mit Skepsis behandelt.

Hunger verfolgt Meyers Weg von Dessau in die Sowjetunion und zurück in die Schweiz und seinen Gesinnungswandel vom linken Sozialdemokraten zum (stalinistischen) Kommunisten. Er stellt Meyer in eine Reihe von Künstler/innen der Moderne, die in den 1920er und 1930er Jahren aus dem Westen in die junge Sowjetunion mit ihren Verheißungen, Utopien zu realisieren, gingen.

Hunger nimmt damit Bezug auf seinen Blog Nothere (http://nothere.irmielin.org) und auf die in der Ausstellung Der Ungeduld der Freiheit Gestalt zu geben vertretene Arbeit Tolpa, die ebenfalls nach dem Verhältnis der proletarischen Massen zur künstlerischen Avantgarde fragt.

Eine Veranstaltung im Rahmen von Politik der Form
Sonderförderung: Innovationspreis Baden-Württemberg

Hannes Meyer und Hans Wittwer: Bundesschule des ADGB, Bernau (1928-1930), Aussenansicht
deueng
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