Jan-Peter E.R. Sonntag

WERKE UND OBJEKTE IN DER AUSSTELLUNG
Courtesy (wenn nicht anders erwähnt): Jan-Peter E.R. Sonntag

Jan-Peter E.R. Sonntag, Rauschen, 2014 / 2015
Jan-Peter E.R. Sonntag, Backstage-Raum, 2015
Jan-Peter E.R. Sonntag, Hidden Secret Noise, 2014
Posaunenengel
Trompetenbau, Seite aus: Denis Diderot und Jean-Baptiste le Rond d’Alembert, Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers, 1780
Nietzsches Schreibmaschine
Jan-Peter E.R. Sonntag und Thomas Reinke, HOSOC, 2009
Jan-Peter E.R. Sonntag, Pacific Nocturne, 2012 / 2013
Jan-Peter E.R. Sonntag, Sonntag im Park, 2011 / 2013
Jan-Peter E.R. Sonntag, Sonntag im Park, 2011 / 2013
Jan-Peter E.R. Sonntag, Natural-Radio-Wave-Trap (Natur-Radiowellen-Falle), 2011–2015
Jan-Peter E.R. Sonntag, Natural-Radio-Wave-Trap (Natur-Radiowellen-Falle), 2011–2015

RAUSCHRAUM

Jan-Peter E.R. Sonntag, Rauschen, 2014 / 2015

Quadrophoner Rauschraum aus 4 aktiven 2-Wege-Koaxial-Diffraktions-Eckhorn-Systemen; Mac-Computer mit Soundkarte Antelope Zen Studio

BACKSTAGE-RAUM (Auswahl)

Apparatus Operandi

Jan-Peter E.R. Sonntag, Apparatus Operandi – Vivisektion, 2014

Performance, Transmediale, Berlin 2014
Serie von Inkjet-Prints auf Barytpapier

Jan-Peter E.R. Sonntag, Apparatus Operandi 1 – Anatomie, 2011 / 2013
Der Synthesizer des Friedrich A. Kittler, Berlin 2011 / 2013
Video, Farbe, Ton, 26:13 Minuten, Loop
Konzept, Komposition und Kamera-Einrichtung: Jan-Peter E.R. Sonntag
Video-Postproduktion: Sebastian Döring
Text: Sebastian Döring und Jan-Peter E.R. Sonntag
Mitwirkende: Jens Bakenhus, Sebastian Döring, Wolfgang Ernst, Susanne Holl, Manfed Schöne, Jan-Peter E.R. Sonntag und Henry Westphal

Jan-Peter E.R. Sonntag, Hidden Secret Noise, 2014
Holz-Schatulle, Filz, Kupferplatte, Kaugummi, TMS e-Prom

Archiv

Synthesizer aus dem Besitz von Friedrich Kittler (5 Module)
10 metallene Kisten mit Bauteilen aus dem Besitz von Friedrich Kittler
Courtesy: Deutsche Schillergesellschaft e.V. Deutsches Literaturarchiv Marbach

Friedrich Kittler im Gespräch mit Till Nicolaus von Heiseler
Audiodokument, Ausschnitt

Braun Musikschrank PK-G, 1955
Designer: Hans Gugelot
Aus dem Besitz von Friedrich Kittler

Nietzsches Schreibmaschine (Bilddokument)
Original befindet sich im Besitz der Klassik Stiftung Weimar
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Im Januar 1882 bekommt Friedrich Nietzsche von seiner Schwester eine
Schreibmaschine geschenkt. Aus den Farbbändern derselben glaubte Kittler, Nietzsches Gedanken lesen zu können.

Trompetenbau
Seite aus: Denis Diderot und Jean-Baptiste le Rond d’Alembert, Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers, 1780  (Faksimile)

Klang der Trompeten vor dem Jüngsten Gericht
Stich aus einer französischen Bibel, 1728 (Faksimile)

Jan-Peter E.R. Sonntag, SEESTÜCK9091, Travemünde 25.12.2014), 2014
Inkjet auf Hahnemühle Papier (60cm x 40cm)

Jan-Peter E.R. Sonntag, Systemarbeiten, 1990

signiert von John Cage

Jan-Peter E.R. Sonntag, Pilz  020215, 2014–2015
aus dem Zyklus der Nachtstu?cke
Fine art print auf Hahnemu?hlen Barythpapier

Jan-Peter E.R. Sonntag und Thomas Reinke, HOSOC, 2009
Architektur-Modell, 30cm x 80cm x 80cm, MDF, Holz, Metall Kunststoff), AEDES, Berlin 2009

KANG-FILM-RAUM

Almost Cinema

Jan-Peter E.R. Sonntag, Pacific Nocturne, 2012 / 2013
Los Angeles / Berlin, 24:24 Min.
Eine audio-visuelle Komposition für zwei Grillen, Motorräder auf dem Sunset Boulevard, Flugzeuge über der Bucht, die Kinoorgel der Villa Aurora in Pacific Palisades während und nach dem Sonnenuntergang und die Bewegtbilder des Riesenrads im Pacific Parc am Pier von Santa Monica
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Die audio-visuelle Videoarbeit Pacific Nocturne ist für die Kinoorgel der Villa Aurora in Los Angeles geschrieben worden. Die 1928/ 29 von der Artcraft Organ Company of Santa Monica erbaute, pneumatisch und elektromagnetisch gesteuerte Maschine hat 596 Pfeifen in acht verschiedenen Klangfarben.
Ausgangspunkt von Sonntags Pacific Nocturne war eine akustische Studie der Geräuschkulisse im Umfeld der Villa Aurora während und nach dem Sonnenuntergang: Im Vordergund das Zirpen zweier Grillen und im Hintergrund Motorradrennen auf dem Sunset Boulevard. Andererseits versuchte Sonntag, den inneren Mechanismus der Orgel zu verstehen, die entwickelt wurde, um einen lebendigen, orchesterhaften Klang für Stummfilme hervorzubringen.
Zwei Mikrofone waren vor der Villa in Richtung der Pazifik-Bucht ausgerichtet. Sie wurden von drei Digitalfiltern und zwei Mikrofonen im Salon der Villa gesteuert, während Sonntag selbst auf der großen Klangmaschine live eine Partitur spielte, die sich auf die Hauptfrequenzen im Außenraum bezog.
Die beinahe eingefrorenen Geräusche – eine Mischung aus Natur- und Maschinengeräuschen – laufen parallel zu den endlosen Variationen von Lichtspuren, die das Riesenrad am Santa Monica Pier erzeugt: der Heimat der Kinoindustrie.

Jan-Peter E.R. Sonntag, Sonntag im Park, 2011 / 2013
Mexico Stadt,  Halle, 2011 / 2013, 13:51 Min.
Video-Postproduktion: Werkleitz Gesellschaft e.V., Halle
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Sonntag im Park besteht aus drei festen Videoeinstellungen. Zwei davon wurden in einem  Park in Coyoacan in Mexiko Stadt aufgenommen. Die dritte Einstellung zeigt deutsche Touristinnen vor Diego Rivieras Werk Sueño de una tarde dominical en la Alameda Central (Traum an einem Sonntagnachmitag im Alameda Park) von 1947: jenes berühmte Wandgemälde, das die mexikanische Geschichte anhand diverser Persönlichkeiten zeigt. Zu diesen zählt auch Rivera selbst, der hier in einem Zeitsprung als Kind neben seiner erwachsenen Frau, Frida Kahlo, zu sehen ist.
Das die Installation dominierende, zugleich warme und dissonante Klangemisch stammt von einer Drehorgel, einem Harmonipan, das ein „Organillo“ (Drehorgelspieler) in Revolutionsuniform bedient. Der langjährige Gebrauch sowie die Materialalterung haben sich in den Klang des Musikgerätes eingeschrieben. Darüber hinaus hat sich die Partitur selbst durch den Verschleiß des Lochbandes, auf dem die Melodie gespeichert ist, verändert. Der mechanisch-digitale Musikautomat spielt hörbar seine Alterung. Die Fehlleistungen der Drehorgel wurden von Sonntag in den Vordergrund gemischt und elektronisch verlängert.

Jan-Peter E.R. Sonntag, Raw-Extension 012, 2012
Quebec City 2012, 11 – 63:39 Min.
Video-Software: N-solab
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Sonntag griff für seine multimediale, synästhetische Raum-Klang-Komposition Karlheinz Stockhausens elektronische Musikkomposition Studie II auf. Er entfernte den Kopf der digitalen Datei des Stücks, der den Code enthält, und veränderte die verbliebene Datenmenge um den Faktor 5. Die aus diesem Vorgang resultierende RAW-Datei (.raw) wird als Video, Monoklang sowie als statisches Bild und Schriftzeichen gelesen. Die Daten werden im Raum als flickernde Streifenraster wahrnehmbar – ganz in der Tradition der Klassischen Moderne: hochaufgelöst aber minimal, Schwarzweiß und mono.
Raw-Extension 012 stellt ein Spiel nach mathematischen Regeln dar, in dem sich akustische Wellen überlagern. Es ist ein Versuch, mit der Überlagerung von Sinusschwingungen jeden erdenklichen Ton zu erzeugen. Wenn die Sinusschwingung als Grundform oder obertonloser „Ton“ eine Seite des Klangspektrums einnimmt, dann nimmt weißes Rauschen die andere ein. Ein nahezu endloses Meer aus Knacksen, Knistern und Rauschen ensteht.
Die Komposition RAW extension ist als Datensatz von dem losgelöst, was sie numerisch abbildet. Sie ist eine Zahlenreihe und als solche vergleichbar mit dem „organlosen Körper“ der französischen Philosophen Gilles Deleuze und Félix Guattari. Die Datenreihe als mögliche Partitur, Notation und Niederschrift. Ein statisches Bild und zugleich Prozess.

WEITERE WERKE

Jan-Peter E.R. Sonntag, Natural-Radio-Wave-Trap (Natur-Radiowellen-Falle), 2011–2015
Installation aus dem C-Plexus-Solaris-Zyklus:
Leinwand mit Kunstoffbeschichtung, 190 x 190 x 5 cm, umwickelt von 1.600 m Kupferdraht; Langwellenempfänger*; Hochtondruckertreiber mit Messinghornvorsatz und Parabolreflektor*; UV-Diode und elektronische Steuerung*; Monochrome grüne Lichtsetzung aus dem Projekt GAMMAvert: Spezial HQI-Leuchtmittel mit Zertifikat, gebaut von NARVA
* Prototyp entwickelt von Studio Sonntag / N-sola
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Sonntags Natur-Radio-Installation besteht aus einer auf Keilrahmen gespannten weißen quadratischen Leinwand, die mit 1.600 Metern Kupferdraht umwickelt ist und im Verbund mit einem Langwellenempfänger eine Antenne bildet. Die empfangenen ELF-Wellen (extrem lange Radiowellen) werden in elektrische Schwingungen umgewandelt und über ein Kabel zu einem Parabol-Hornsystem weitergeleitet. Dieses wandelt die Signale wiederum in Schallwellen um, die gebündelt durch die geöffnete Decke des Kunstvereins hindurch von dem Glasdach reflektiert und von dort als ein flirrendes und zirpendes Geräusch in den Raum zurückgeworfen werden. Diese Geräusche, die man auch sferics nennt, resultieren aus energiereichen Sonnenwinden, die mit den oberen Atmosphären der Erde in Wechselwirkung treten. Es sind elektromagnetische Entladungen, die man an den Polkappen als Polarlichter und mit ultraschnellen Videokameras aus Flugzeugen heraus als sogenannte sprites (Kobolde) sehen kann.
Was wir in Sonntags Installation hören, ist ein „natürliches Radio“. Die Öffnung der Glasdecke, die das Dachgerüst als Resonanzraum freilegt, spielt dabei eine zentrale Rolle. Die monochrome Lichtsetzung im Dachgebälk spielt auf das Phänomen des Polarlichtes an.
Die Inuits, so berichtet bereits Alexander von Humboldt, geben vor, das Polarlicht hören zu können und deuten dessen Geräusche als die Stimmen ihrer Vorfahren. Ihre Beschreibungen dieser Stimmen / Geräusche sind denen, die Sonntags Natural-Radio-Wave-Trap erzeugt, äußerst ähnlich.
Eine zentrale Idee dieser Arbeit besteht darin, ein Dispositiv zu schaffen, das theoretisch noch dann Radio empfängt, wenn unser Radio und auch wir schon längst nicht mehr sind.

Schaltplan aus Bauteilen des Braun Lectron Baukasten von 1966
auf Metallplatte, 2 x 2 m
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Mit dem Lectron Baukasten der Firma Braun soll Friedrich Kittler seinen ersten Schaltkreis gefertigt haben

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