Annalisa Cannito, Silence Is Violence, 2017, Installationen: Leuchtkasten; Patronen
Jan Peter Hammer, The Dig, 2017, Video, 21:55’
Dan Perjovschi, Untitled, 2017, Wandzeichnungen
Lia Perjovschi, The Biennial, The Project, The Bunker, The Curators’ Keywords, And The Museum, 2017, Serie von mind maps
Jorge Ribalta, Water, Wind and Wire, 2016, Serie von Silbergelatineprints
Jan-Peter E. R. Sonntag, Baghdad, 2017, Druck auf Tyvek, 250 X 182 cm

4th Project Biennial D-0 ARK Underground

Tito's Bunker
21. April bis 21. Oktober 2017
Konjic, Bosnien-Herzegowina

Ein Projekt von
Biennial of Contemporary Art Sarajevo
In Zusammenarbeit mit
Württembergischer Kunstverein Stuttgart

Kurator_innen:
Hans D. Christ, Iris Dressler

Künstler_innen:
Annalisa Cannito, Jan Peter Hammer, Dan Perjovschi, Lia Perjovschi, Jorge Ribalta, Jan-Peter E.R. Sonntag …

http://www.bijenale.ba

Am Freitag, den 21. April 2017, eröffnet die von Hans D. Christ und Iris Dressler kuratierte 4. Project Biennial D-0 ARK in dem von Josip Broz Tito zwischen 1953 und 1979 errichteten Atomschutzbunker im ca. 40 km von Sarajevo entfernten Konjic.

Seit 2011 findet an diesem Ort die von Edo und Sandra Hozic initiierte Project Biennial statt, deren Ziel es ist, mit der Biennale eine Sammlung entstehen zu lassen, die schließlich zur Gründung eines Museums für zeitgenössische Kunst in diesem Bunker führen soll. Bislang befinden sich bereits über 120 Werke von Künstler_innen wie Daniel G. Andújar, Luchezar Boyadjiev, Banu Cennetoglu / Yasemin Özcan, Danica Dakic, Ioana Nemes, Damir Ocko oder Mladen Stilinovic an diesem Ort.

Christ und Dressler haben sich für die 4. Ausgabe der Project Biennial auf sechs neue künstlerische Arbeiten beschränkt, die sich insbesondere mit den Übergängen von dem einstigen strenggeheimen Langzeitarbeitsplatz (die Bauarbeiten dauerten über 25 Jahre) zu einem ungenutzten und zugleich in Betrieb gehaltenen Bunker über das Biennale Format bis zum künftigen Museum beschäftigen: einem Museum, an dem sich Militärgeschichte und zeitgenössische Kunst nicht ohne Reibung begegnen.

Darüber hinaus haben Christ und Dressler eine Reihe von Ausstellungsführungen entwickelt, die die neuen Arbeiten unter verschiedenen Aspekten mit einer je anderen Auswahl an bereits vorhandenen Werken verbindet. Damit schlagen sie eine Reihe von Lesweisen der Sammlung quer zu den diversen kuratorischen Beiträgen vor, die zugleich der Vorgabe folgt, dass der Bunker bzw. die Project Biennial D-0 ARK nur in Form von geführten Gruppen besichtigt werden kann. 

Zu den neuen Arbeiten

Lia Perjovschi wurde eingeladen, eine Reihe von Mindmaps zu der von bislang neun Kurator_innen (inkl. Christ und Dressler) zusammengetragenen polyphonen Sammlung anzufertigen.

Dan Perjovschi reflektiert in seinen Zeichnungen die gegenwärtige Situation im Bunker sowie das kommende Museum im Kontext breiterer historischer wie gegenwärtiger Zusammenhänge.

Jorge Ribalta geht in seinen Fotografien den Infrastrukturen und Funktionen des Bunkers sowie seiner Transformation in ein Monument und einen Ort der zeitgenössischen Kunst nach.

Annalisa Cannito beschäftigt sich mit den Arbeiter_innen, die den Bunker über Jahrzehnte hinweg und unter strengster Geheimhaltung errichtet haben sowie mit der neben dem Bunker ansässigen Munitionsfabrik.

Jan-Peter E.R. Sonntag greift auf eine Briefmarke zurück, die zur Erinnerung an die 1982 in Bagdad geplante 7. Konferenz der – unter anderem von Tito mitbegründeten – Bewegung der Blockfreien Staaten gedruckt worden war; wobei diese Konferenz aufgrund des Ersten Golfkriegs schließlich um einige Monate verschoben wurde und nicht in Bagdad sondern Neu Dehli stattfand.

Am Beispiel der Plünderungen von archäologischen Artefakten in Bulgarien setzt sich Jan Peter Hammer in seiner Videoarbeit mit der paradoxen Temporalität einer bestimmten „unvollendeten Geschichte“ Bulgariens auseinander: einer paradoxen Temporalität, die auch Titos Bunker charakterisiert.

deueng
suchenrss
instagramfacebooktwitteryoutube
Schlossplatz 2
D-70173 Stuttgart
Fon: +49 (0)711 - 22 33 70
Fax: +49 (0)711 - 29 36 17
Württembergischer Kunstverein Stuttgart