Hicham Benohoud, La salle de classe, 2000–2002
Ángela Bonadies / Juan José Olavarría; La torre de David, 2010–2015
Ángela Bonadies / Juan José Olavarría; La torre de David, 2010–2015
Ines Doujak, Not Dressed for Conquering / HC 04Transport, seit 2010 (Ausstellungsansicht MACBA)
Juan Downey, Chicago Boys, 1982–1983
Edgar Endress, Acts of Knowledge, 2014–2015
Edgar Endress, Acts of Knowledge, 2014–2015
Oier Etxeberria, Instinto-pollos (Hühnchen-Instinkt), 2015 (Ausstellungsansicht MACBA)
Oier Etxeberria, Instinto-pollos (Hühnchen-Instinkt), 2015 (16mm Film von José Antonio Laburu Olascoaga, 1932-1935
Ghasem Hajizadeh, Hochzeit,1991
Ghasem Hajizadeh, Louis Vuitton, 1992
Jan Peter Hammer, Tilikum, 2013-2015
Jan Peter Hammer, Tilikum, 2013-2015
Masist Gül (vorgestellt von Banu Cenneto?lu und Philippine Hoegen)
Julia Montilla, Aufstände des gemeinen Volks. Millenarismen, 2015
Julia Montilla, Aufstände des gemeinen Volks. Millenarismen, 2015
Ocaña, Glorreiche Himmelfahrt (1982) und Heiliges Schwulen-Herz (1982)
Damir Ocko, The Third Degree, 2015
Ulrike Ottinger, Arbeitsbuch zum Film "Freak Orlando" (1981)
The Pandrogeny Manifesto, 2005
Prabhakar Pachpute, State Relief Packages-II, 2015 (Ausstellungsansicht MACBA)
Mary Reid Kelley / Patrick Kelley, Priapus Agonistes, 2013
Mary Reid Kelley / Patrick Kelley, Swinburne’s Pasiphae, 2014
Mary Reid Kelley / Patrick Kelley, Masken aus "Priapus Agonistes", 2013
Wu Tsang, The Shape of a Right Statement, 2008
Stefanos Tsivopoulos, Geometry of Fear, 2012
Yelena Vorobyeva / Viktor Vorobyev, Neototalitarismus, 2015 (Ausstellungsansicht MACBA)

Die Bestie und ist der Souverän

WERKE IN DER AUSSTELLUNG
Courtesy (wenn nicht anders erwähnt): Die KünstlerInnen
Ausführlichere Informationen folgen in Kürze

Efrén Álvarez
geb. 1980 in Barcelona

Table of Proportions, 2015
Laserprint auf Papier

Daniel G. Andújar / Itziar González

D.A.G.: geb. / born 1966 / I.G.: geb. / born 1967

Barcelona Consortium, 2015
Wanddiagramm
Courtesy: Daniel G. Andújar / Itziar González
---
Diagramm über intransparente Strukturen der Kulturpolitik in Barcelona, angefertigt im Rahmen der
Konferenz „Die Bestie ist der Souverän

Hicham Benohoud
geb. 1968 in Marrakesch

La salle de classe (Das Klassenzimmer), 2000–2002
25 aus einer Serie von 47 Schwarzweiß-Fotografien, je 50 cx 60 cm
Courtesy: Der Künstler und Vu Galerie, Paris
---
Die Serie La salle de classe (Das Klassenzimmer) entstand während Hicham Benohouds Arbeit als Kunstlehrer in Marrakesch, bei der er das Klassenzimmer als Bühne für eine Reihe von Übungen nutzte. Jeweils ein/e SchülerIn wurde dazu aufgefordert, eine bestimmte Pose einzunehmen. Dabei durfte er / sie sich nur solcher Materialien bedienen, die sich im Klassenzimmer befanden. Währenddessen mussten alle anderen SchülerInnen den „normalen“ Unterricht fortsetzen, so als würde nichts Merkwürdiges passieren. Die dabei entstandenen Szenarios sind geprägt von einer starken Spannung zwischen Regelwerk und Zufall, Ernsthaftigkeit und Absurdität, Gehorsam und Ungehorsam, Komik und Gewalttätigkeit.

Ángela Bonadies  / Juan José Olavarría
(Á.B.: geb. 1970 in Caracas, Venezuela; J.J.O.: geb. 1969 in Valencia, Venezuela; leben in Caracas)

La torre de David (Der David Turm), 2010–2015
Laserprint auf Papier
---
David Brillembourg, Präsident des Venezolanischen Finanzkonsortiums Confianzas, entschied sich 1990 dazu, einen vierzigstöckigen, von einem Hubschrauberlandeplatz gekrönten Wolkenkratzer zu bauen. Es sollte das drittgrößte Gebäude Venezuelas werden. Brillembourg hatte auf der Basis des Börsenbooms der 1980er-Jahre ein stattliches Vermögen angehäuft, das er mit anderen Bankern in ein Stadtentwicklungsprojekt investieren wollte. Downtown-Caracas sollte sich zu einem Finanzboulevard im Stil der Wall Street wandeln. In der Venezolanischen Finanzwelt nannte man Brillembourg “König David”. Dieser Spitzname wurde auch auf das geplante Gebäude übertragen: David Turm.
1993 starb der Geschäftsmann. Ein Jahr später ging Confianzas wie eine Reihe weiterer Banken, die von der Regierung Rafael Caldera sanktioniert worden waren, pleite. Die Bauarbeiten wurden eingestellt und das Gebäude blieb unvollendet. In den darauffolgenden Jahren verfiel der “David Turm” zunehmend zu einer zeitgenössischen Ruine. 2007 übernahmen schließlich Gruppen von bedürftigen Familien und Einzelpersonen das Gebäude, um darin ihre eigenen Wohnungen auf der Basis von Selbstorganisation einzurichten. Derzeit leben rund 2.500 „BesetzerInnen“ in dem Turm, die rechtlich durch eine von ihnen gegründete Wohnkooperative vertreten werden. (Ángela Bonadies / Juan José Olavarría)

Peggy Buth
geb. 1971 in Berlin, lebt in Berlin

Das Archiv der Missionare, 2013
3 Pigment-Drucke (360 x 90 cm, 450 x 90 cm), Tische, Glasplatten, Typografie: Till Gathmann, Koproduziert durch das Weltkulturen Museum Frankfurt
---
Das Archiv der Missionare basiert auf einer Auswahl von Fotografien aus dem Depot des Weltkulturen Museums in Frankfurt am Main, die von Missionen u. a. in Afrika, Indonesien, Indien, Papua-Neuguinea und Südamerika stammen. Einige der Autoren waren zugleich als Theologen und Forschungsreisende vor Ort. Erst Ende der 1987er-Jahre wurden die nicht selten anthropometrischen, das heisst rassekundlichen Vermessungen dienenden Fotodokumente in Frankfurt systematisch invetarisiert. Andere Fotos erinnern in ihrer Ästhetik an Edward Steichens universalisierendes Projekt The Family of Man, das mit seinen Bildern einen harmonischen interkulturellen Kontakt suggerierte. Buths Blick auf diese Bilder richtet sich auf das gespenstische Moment, dass ihnen innewohnt. Etwas tritt darin als Wiedergänger auf: im Sinne einer „beharrlichen Präsenz“, die sich „aus dem Ungesagten, dem Nichtrepräsentierten“ (Buth) speist. Diese Geister, schreibt Buth, „fordern Zutritt zu unseren Texten, unseren Aufschreibesystemen und Repräsentationen.“
Buth hat die im Archiv gefundenen Bilder nicht nur zu verschiedenen Gruppen angeordnet, sondern auch mit Texten versehen, die auf den ersten Blick wie typische Bildlegenden anmuten. Liest man sich ein, so entpuppen sie sich als eigenwillig bruchstückhafte Texturen. Anstelle eines kohärenten, die Dinge klassifizierenden und einnehmenden Diskurses, tritt ein Art Stottern zwischen Bild und Text.

Ines Doujak
geb. 1959 in Klagenfurt, lebt in Wien und London

Not Dressed for Conquering / HC 04Transport, seit 2010
Pappmaché, Metall, Karton, Polypropylen, Handkarren
---
Die Skulptur Not Dressed for Conquering (Für die Eroberung nicht passend gekleidet) / HC 04Transport entstand im Rahmen von Ines Doujaks 2010 begonnenem Langzeitprojekt Webschiffe / Kriegspfade, das sich mit den Verschränkungen zwischen Kolonialismus, Gewalt, Textilproduktion und anderen Ökonomien in Südamerika sowie mit deren globalen Verstrickungen beschäftigt.
Die Skulptur greift formal Traditionen der Parodie, Burleske und des Karnevals auf und birgt vielschichtige Verweise auf die Geschichte und Gegenwart Deutschlands, Spaniens und Boliviens. Die Anspielungen reichen von Wehrmachtsstahlhelmen und den Lieblingsblumen Adolf Hitlers, über die bolivianische Gewerkschaftsführerin Domitila Barrios de Chúngara (1937–2012) bis zum spanischen Exkönig. Die aus Pappmaché gefertigte Figurengruppe umfasst desweiteren ein Fabeltier und ist auf Pappkartons und einem Handkarren gebettet.
Mitte der 1970er-Jahre, als in Spanien nach dem Tod Francisco Francos der vom Diktator über 30 Jahre protegierte und inthronisierte Nachfolger, Juan Carlos I, Staatsoberhaupt wird, engagiert sich Barrios de Chúngara in der damaligen Zinnminenregion Potosí für Frauen- und ArbeiterInnenrechte. Mit vier weiteren Frauen tritt sie Ende 1977 aus Protest gegen das diktatorische Regime Hugo Banzer Suárez’ in einen Hungerstreik, der viele AnhängerInnen findet und schließlich zum Rücktritt Banzers führt. Banzers Regime war maßgeblich durch den Nazi-Kriegsverbrecher Klaus Barbie unterstützt worden, der seit 1951 unter dem Namen Klaus Altmann in Bolivien lebte. Wie tausende anderer Nazis war er über die sogenannte Rattenlinie nach Südamerika gekommen. Barbie, auch „der Schlächter von Lyon“ genannt, der nach dem Zweiten Weltkrieg für den US-amerikanischen Geheimdienst und noch 1966 für den Bundesnachrichtendienst arbeitete, steht für die Kontinuität nationalsozialistischer Machtgefüge nach 1945. Mit der Skulptur und ihren vielfältigen, auch widersprüchlichen Verweisen, geht es Doujak indes nicht nur um das Fortleben faschistischer Netzwerke, sondern auch der kolonialen Strukturen der Ausbeutung, wie sie von den neoliberalen multinationalen Konzernen praktiziert werden – und um den Widerstand dagegen.

Juan Downey
geb. 1940 in Santiago de Chile, gest. 1993 in New York

Chicago Boys, 1982–1983
Video, Farbe, Ton, 16 Min.
Courtesy: The Juan Downey Estate
---
Juan Downeys Film beschäftigt sich mit der chilenischen Militärdiktatur unter Augusto Pinochet (1973–1990) und dem damaligen Einfluss der sogenannten Chicago Boys, einer Gruppe chilenischer Wirtschaftswissenschaftler, die an der University of Chicago studiert hatten. Sie läuteten eine ökonomische und soziale Entwicklung ein, die heute als Testfeld dessen beschrieben wird, was wir Neoliberalismus nennen.

Edgar Endress
geb. 1970 in Osorno, Chile, lebt in Washington D.C.

Acts of Knowledge, 2014–2015
Bücher, Ausschnitte, Teppichnadeln

Acts of Knowledge setzt an einem Grundelement der Wissensbildung, der Enzyklopädie, an, um in Form von dreidimensionalen Collagen bestehende westliche Denkstrukturen zu analysieren und zu befragen. „Das Projekt untersucht die Konstruktion der Identität einer Region – konkret Brasilien – und seiner BewohnerInnen, indem es sich jene Bilder zueigen macht, die Identität, Rasse und Geschlecht definieren. Zugleich fragt es danach, wie sich Geschichte in Büchern wie Enzyklopädien und Wörterbüchern darstellt. Diese vom Westen produzierten Publikationen, auf die das Projekt direkt zurückgreift, tragen nicht nur ein Wissen über die Welt zusammen, sondern definieren es auch. Eine Praxis, aus der eine kolonialistische und imperialistische Erzählung über die Welt, ihre Regionen und BewohnerInnen resultiert. Durch das Herauslösen ausgewählter Motive aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen und deren Verschiebung und Neuanordnung entstehen hybride Bilder, die möglichen zukünftigen Büchern einverleibt werden. Aus den dominanten hegemonialen werden dabei lokale und persönliche Erzählungen“. (Edgar Endress)

Oier Etxeberria
geb. in 1974, Azpeitia, lebt in San Sebastian

Instinto-pollos (Hühnchen-Instinkt), 2015
– 16mm Film auf DVD (1932-1935), 4:26 Min. (Credits: José Antonio Laburu Olascoaga. Archivo Histórico y Musical del Santuario de Loyola. Filmoteca Vasca)
– Off-Set Drucke (Credits: Fotografien des Archivo Histórico y Musical del Santuario de Loyola)
– Skulptur, Poster (Unlimitierte Edition), Lithografie (Edition 1/5), Ring
---
Oier Etxeberrias Installation widmet sich den eigenwilligen Tierversuchen des spanischen Jesuitenpaters José Antonio Laburu Olascoaga, der in den 1930er- und 1940er-Jahren z.B. das Verhalten von Hühnern beobachtete und filmte, indem er sie in ihrem Gehege mit ausgestopften Tieren, wie einem Fuchs, konfrontierte. Für eine weitere Studie versetze er Frösche und andere Reptilien gar in Hypnose. In seinen Schriften hält Laburu fest, „dass die Hypnose auf Tiere nur durch den Schrecken vermittelt angewandt werden kann, da zur Suggestion das Vorhandensein einer höheren Paraphysiologie erforderlich ist, die den irrationalen Tieren fehlt. Willensverzicht ist nicht möglich, wenn es keine Verfügungsgewalt über den Verstand gibt. Die Vielfalt der Bewegungen eines Lebewesens erfolgt ohne Reflexion, und es ist – ebenso wie im Modell des Sozialen, das Thomas Hobbes im Leviathan vorschlägt – die Angst, die als physiologisches Prinzip für Ordnung im Hühnerstall sorgt“.
Die Fotos, die bei Laburus Experimenten mit Reptilien entstanden, erinnern an jene berühmten Fotostudien, die der französische Arzt Jean-Martin Charcot Ende des 19. Jh. von seinen angeblich hysterischen Patientinnen unter Einwirkung von Hypnose, Elektroschocks und weiteren Manipulationen anfertigte. Etxeberrias nähert sich den diskursiven und ästhetischen Ansätzen und Experimenten Laburus in einem museale Formen zitierenden Setting, bestehend aus einem Arbeitstisch, Text, Fotodiagramm, einer Zeichnung und Objekten.

Eiko Grimberg
geb. 1971 in Karlsruhe, lebt in Berlin

Rückschaufehler, seit 2011
Inkjet-prints auf Papier
---
In einem Langzeitprojekt beschäftigt sich der Berliner Künstler Eiko Grimberg mit der umstrittenen, barocke Fassaden imitierenden Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses, das zukünftig das Humboldt-Forum für außereuropäische Künste und Kulturen beherbergen soll. Die mehrteilige Fotoarbeit Rückschaufehler versteht sich als Zwischenbericht seiner Auseinandersetzung und greift eine Legende auf. Nach dieser sollen Trümmer des ursprünglichen Schlosses nach seinem Abriss in einem Affenfreigehege im Ostberliner Tierpark Friedrichsfelde verbaut worden sein. „Dieses Gehege“, so Grimberg, „ist eine Art postmoderne Dschungelbuchfantasie von Walter Ulbricht. Stimmte die Geschichte, hätte die DDR-Führung tatsächlich Humor bewiesen…“

Masist Gül (vorgestellt von Banu Cennetoglu und Philippine Hoegen)

Masist Gül (1947–2003)
Zeichnungen, Fotografien, Dokumente, Magazine (Abbildung: Ausstellungsansicht MACBA)
Courtesy: Banu Cennetoglu und Philippine Hoegen
---
Ein künstlerisches Werk erst posthum sichtbar zu machen ist eine delikate und gewagte Angelegenheit, besonders wenn der betreffende Künstler zeit seines Lebens von der offiziellen Kunstgeschichte nicht wahrgenommen wurde. Es besteht immer ein Risiko, dass der Künstler, das Werk oder beide in diesem Prozess vereinnahmt oder exotisiert werden. In diesem Fall ist der betreffende Künstler Masist Gül, dessen Werk und Person von sehr besonderer Art sind.
Masist Gül (1947–2003) war ein Künstler mit armenischen Wurzeln, der in Istanbul geboren wurde und dort lebte. Obwohl er seinen Lebensunterhalt als Schauspieler verdiente, der in über 300 kleineren Rollen spielte, war er in seinem Privatleben, das der Außenwelt verborgen blieb, ein außergewöhnlicher Künstler. Er produzierte eine große Anzahl von Collagen, Zeichnungen und Gedichten. Während der 1980er-Jahre konzipierte Gül eine Serie von sechs handgefertigten Büchern mit dem Titel Kaldirim Destani. Kaldirimlar Kurdunun Hayati (Rinnsteinmythen. Das Leben des Rinnsteinwolfs), in der er sich des Formats eines periodischen Comicheftes bedient.“ Das 2006 erstmals veröffentlichte Magazin Bent 001 enthält die ersten Reproduktionen des Originals. (Banu Cennetoglu und Philippine Hoegen)

Ghasem Hajizadeh
geb. 1947 in Lahidjan, Iran, lebt in Paris
Courtesy: Der Künstler und Galerie Claire Corcia, Paris
---
Ghasem Hajizadehs Malereien verschränken queere Bildästhetiken mit Referenzen auf populäre Traditionen der westlichen wie arabischen Kunst- und Kulturgeschichte, die von religiösen und mythischen Motiven bis zur Plakatmalerei reichen. 

Hochzeit, 1991
Mischtechnik auf Papier, 80 x 60 cm

Hochzeit,1992
Mischtechnik auf Papier, 80 x 60 cm

Restaurant Damavand, 1989
Mischtechnik auf Papier, 80 x 60 cm

Louis Vuitton, 1992
Mischtechnik auf Papier, 80 x 60 cm

Chinesische Zigarette, 1989
Mischtechnik auf Papier, 80 x 60 cm

Drei Freunde im Damavand, 1992
Mischtechnik auf Papier, 80 x 60 cm

Jan Peter Hammer
geb. 1970 in Kirchheim unter Teck, lebt in Berlin
 
Tilikum, 2013-2015
Video, Farbe, Ton, 44 Min.

Die Geschichte in Jan Peter Hammers Film Tilikum beginnt am 25. Februar 2010 mit einem Notruf. Nur Sekunden nach dem Ende einer Vorstellung im Meerespark SeaWorld in Orlando, Florida, wurde die 40-jährige Tiertrainerin Dawn Brancheau von dem Orca-Wal Tilikum ins Wasser gezogen, bis zum Ertrinken heruntergedrückt und schließlich verstümmelt. Wie später bekannt wurde, war Brancheau schon Tilikums drittes Opfer. Hammer war fasziniert von der Geschichte (und deren Fortleben in den großen Nachrichtenkanälen) und begann, den Zwischenfall näher zu untersuchen. Bei seinen Recherchen stieß er auf interessante Details über die Institutionen der Unterhaltungsindustrie, zu denen auch SeaWorld gehört. Weiterhin entdeckte er ein Netz aus bizarren Verflechtungen zwischen den ersten Meeres-Themenparks und militärischen Forschungsprojekten während des Kalten Krieges – Verbindungen ausgesprochen schockierender Natur, ob es nun um die Entwicklung von Technologien zur Reizdeprivation, frühe Delfin-Experimente mit tödlichem Ausgang, Wissenschaftler auf LSD oder verschrobene Träume von gattungsübergreifender Kommunikation ging – und was das alles mit dem Wettlauf ins All zu tun hat. (Quelle: Katalog Monday Beginns on Saturday, Bergen Assembly)

Geumhyung Jeong

geb. 1980 in Seoul, lebt in Seoul
 
Munbangu (Schreibwaren), 2011
Video, Farbe, Ton, 5:57 Min.
---
Geumhyung Jeong ist Choreografin und Performerin. Sie beschäftigt sich im Schwerpunkt mit den Beziehungen zwischen dem menschlichen Körper und den Objekten, die ihn umgeben. Sie bedient sich dabei alltäglicher Gegenstände, denen sie durch eine oftmals erotisch aufgeladene, die Grenzen zwischen Mensch und Objekt überschreitende Interaktion ein teils befremdendes und verstörendes Eigenleben verleiht. In ihrem Video Munbangu (Büromaterial) werden die Objekte – ein Stift, ein Pinsel, ein Bleistiftspitzer oder Blatt Papier – schließlich zu den Hauptakteuren des Szenarios.

Alexander Kluge
geb. / born 1932 in Halberstadt, lebt / lives in München / Munich

Verhedderung
aus: Schlachtbeschreibung, 1964
Hörstation 22 Min., 2015,
gelesen von Matthias Breitenbach
Courtesy: Alexander Kluge
---
Der Roman Schlachtbeschreibung aus dem Jahr 1964 fokussiert den Zeitraum von Mitte November 1942 – kurz vor der Einkesselung der 6. Armee in Stalingrad – bis zur Kapitulation durch General Paulus, Anfang Februar 1943. In einer Montage aus Chroniken, Anekdoten, Interviewprotokollen, Originalquellen und fiktiven Geschichten wird der „organisatorische Aufbau eines Unglücks“ (Kluge) gezeichnet, das zu Beginn des Kapitels Verhedderung, am 10. Januar 1943, kurz vor seinem Vollzug steht. In der Bewegung zwischen Haupttext und Fußnoten verschiebt Kluge das Faktische in das Fiktionale: Statt auszuharren, begeben sich vier Offiziere der großdeutschen Wehrmacht – allesamt Experten mit geheimdienstlich geschulten Fähigkeiten des Verhörens, Verfolgens und Bestrafens – zu Fuß auf Wanderschaft in Richtung China und verlassen fortan das reale Zeit- und Raumgefüge. Als ewige Kollaborateure finden sie Verwendungen seitens neuer Ordnungsregime und schließlich, mit ihrer Ankunft auf dem Mond Mimas im Jahr 2103, eine neue Mission. Kluges Narrativ eines unaufhaltsamen Kontinuums erweitert die Perspektive einer historischen Kontextualisierung, wie sie Ines Doujak in ihrer Skulptur Not Dressed for Conquering / HC 04Transport vornimmt, indem sie die Verhedderungen zwischen Kolonialismus, Faschismus (und der sogenannten „Rattenlinie“), der Militärdiktatur in Bolivien, sowie der Genese des neoliberalen Kapitalismus zuspitzt.

Julia Montilla
geb. 1970 in Barcelona, lebt in Barcelona
---
Las revueltas de la gente común. Milenarismos (Aufstände des gemeinen Volks. Millenarismen), 2015
Laserprints auf Papier
---
Die Arbeit untersucht historisches Text- und Bildmaterial von und über rebellische und emanzipatorische Bewegungen des „gemeinen Volkes“, die im Mittelalter unter der Landbevölkerung verbreitet waren und mit dem Millenarismus in Verbindung standen: jener Lehre über die Wiederkunft Jesu Christi, mit der ein tausendjähriges Reich eingeläutet werden würde. Das Projekt beschäftigt sich mit der von biblischen Prophezeiungen inspirierten Idee der Emanzipation, wie sie sich in den periodisch wiederkehrenden, von enteigneten Bevölkerungsgruppen ausgehenden millenaristischen Bewegungen manifestiert – eine Idee, die ihren Weg bis zu den nach gesellschaftlichen Veränderungen strebenden politischen Bewegungen fand. Anstatt aufzugeben wählten die revolutionären Millenaristen – und wählen dies noch immer – Auflehnung und Rebellion, mit dem Ziel der Verwirklichung religiöser Verheißungen sowie des Widerstands gegen die harten 
materiellen Bedingungen. (Julia Montilla)

Ocaña
geb. 1947 in Cantillana, gest. 1983 in Sevilla

Sagrado Corazón de Marica (Heiliges Schwulen-Herz), 1982
Öl auf Leinwand (Abbildung: Ausstellungsansicht MACBA)
Courtesy: Sammlung Pere Pedrals, Barcelona

Asunción gloriosa (Glorreiche Himmelfahrt),1982
Pappmaché, Acrylfarben, Tüll, Plastikblumen, Gebetstuhl
Courtesy: Sammlung Pere Pedrals, Barcelona
---
Der in der Provinz Sevilla geborene Künstler José Pérez Ocaña zählte zu den ProtagonistInnen der queeren Underground-Kultur im Barcelona der 1980er-Jahre, also zu Beginn des politischen Wandels nach der Franco-Diktatur. In den von ihm und seinen Freunden durchgeführten Aktionen, Performances und Paraden im öffentlichen Raum – insbesondere auf der berühmten Promenade La Rambla – vermischen sich die Ästhetiken von Camp, Karneval, sevillanischer „Semana Santa“ (Karwoche) und Flamenco zu eigenwilligen queeren Szenarios. Dies gilt auch für Ocañas Malereien, Zeichnungen und Pappmaché-Skulpturen, die er in Ausstellungen zu überbordenden Gesamtkunstwerken arrangierte. Die in der Ausstellung zu sehenden Objekte zählen unter anderen zu den wenigen verbliebenen Elementen der opulenten Aktion und Ausstellung La Primavera, die Ocaña 1982 in La Capella de l'Antic Hospital in Barcelona durchführte. Höhepunkt war dabei der Aufstieg Marias.

Damir Ocko
geb. 1977 in Zagreb

The Third Degree, 2015
Video, Ton, Farbe, 10:30 Min.
---
Das Video The Third Degree zeigt Aufnahmen der Rücken junger Frauen, die deutliche Narben von Verbrennungen aufweisen. Sie wurden in einer Installation aus großen Spiegelscherben gefilmt, so dass immer nur Fragmente der gefilmten Personen sowie der Kameraleute und des Umfelds sichtbar werden – Bruchstücke, die sich mit der kreisenden Kamerabewegung zu immer anderen kaleidoskopartigen Bildern formieren. Nie sehen wir die Frauen von vorne. Der Titel bezeichnet einen Grad schwerer Hautverbrennungen. Zugleich verweist er im Englischen auf eine Stufe der Folter.

Ulrike Ottinger
geb. 1942 in Konstanz, lebt in Berlin

Arbeitsbuch zu dem Film Freak Orlando von 1981
---
Die Ausstellung zeigt Ulrike Ottingers Arbeitsbuch zu ihrem Film Freak Orlando (1981): „Eine Irrtümer, Inkompetenz, Machthunger, Angst, Wahnsinn, Grausamkeit und Alltag umfassende ‚Histoire du monde’ [Weltgeschichte] am Beispiel der Freaks von den Anfängen bis heute als Kleines Welttheater in fünf Episoden“ (Ulrike Ottinger).

The Pandrogeny Manifesto, 2005
von Aldo Lee und Genesis Breyer P-Orridge; Regie: Aldo Lee und Dionysos Androis
Video, Farbe, Ton, 12 Min.
Courtesy: der / die Künstler_in und Invisible-Exports, New York
---
Das Manifest der Pandrogynität ist ein Videostatement von Genesis Breyer P-Orridge und Lady Jaye über ihren durch chirurgische und andere Eingriffe vollzogenen Prozess einer körperlichen Annäherung hin zu einer pandrogynen, zugleich weiblichen und männlichen Geschlechtsidentität.

Prabhakar Pachpute
geb. 1986 in Sasti, Indien, lebt in Mumbai

The Capsuled Blue (Das eingekapselte Blau), 2015
Wandarbeit: Kohle, Acrylfarbe, Papier
Courtesy: Prabhakar Pachpute
---
In seinen großformatigen, gleichermaßen realistische wie fantastische Ästhetiken aufgreifenden Wandarbeiten setzt sich der indische Künstler Prabhakar Pachpute mit der Geschichte und Gegenwart des Bergbaus in Indien und dessen Auswirkungen auf Menschen und Landschaften sowie dessen globalen Verschränkungen auseinander. Die ProtagonistInnen seiner Szenarien sind Wesen zwischen Mensch und Werkzeug, Körper und Landschaft. Für Stuttgart entstand ein neues Wandbild.

Mary Reid Kelley / Patrick Kelley
M.K.: geb. 1979 in Greenville

Mary Reid Kelley / Patrick Kelley, Priapus Agonistes, 2013
Video, Schwarzweiß, Ton, 15:09 Min.
Courtesy: die Künstlerin und Pilar Corrias Gallery, London

Mary Reid Kelley, Masken aus Priapus Agonistes, 2013
Neopren, künstliches Haar, Holz, Farbe
Courtesy: die Künstlerin und Pilar Corrias Gallery, London

Mary Reid Kelley / Patrick Kelley, Swinburne’s Pasiphae, 2014
Video, Schwarz-Weiß, Ton, 8:05 Min.
Courtesy: die Künstlerin und Pilar Corrias Gallery, London
---
Priapus Agonistes und Swinburne’s Pasiphae sind die ersten beiden Videos einer Videotrilogie, in der die US-amerikanische Künstlerin Mary Reid Kelley in Zusammenarbeit mit Patrick Kelley eine Neuinterpretation des Minotaurus-Mythos vornimmt. Die in Schwarzweiß gedrehten und zu Grotesken stilisierten Szenen basieren auf hybriden (allesamt von Reid Kelley dargestellten) Wesen zwischen Mensch und Tier, Körper und Prothese. Die von Reid Kelley geschriebenen Dialoge sind voller anspielungsreicher Wortspiele, die den Mythos dekonstruieren und mit feministischen Diskursen durchsetzen.

In Priapus Agonistes wird der Mythos des Minotaurus – jenem unbändigen, von König Minos’ Frau Pasiphae und einem Stier gezeugten Zwitterwesen, das in einem Labyrinth gefangen gehalten wurde, wo man ihm alle neun Jahre Jungfrauen und Jünglinge zum Opfer brachte – in den Kontext eines Volleyball-Turniers zwischen Presbyterianern und Baptisten verschoben. Minotaurus erscheint als verstoßene Tochter im Labyrinth des Kellers eines Gymnasiums. Ihre Opfer sind die SpielerInnen des im Turnier geschlagenen Teams, deren Überreste ihr in diesem undurchdringlichen Raum den Weg zur Toilette weisen sollen.

In Swinburne’s Pasiphae setzt Reid Kelley erstmals einen bestehenden Text ein: das Fragment Pasiphae des viktorianischen Poeten Algernon Charles Swinburne, das wegen seiner direkten sexuellen Anspielungen Zeit seines Lebens unveröffentlicht blieb (und für die Ausstellung von Katrin Mundt erstmals ins Deutsche übersetzt wurde). Ausganspunkt ist die Zeugung des Minotaurus. Minos, der sein Versprechen, einen edlen Stier zu opfern, hinterging, wurde bestraft indem Gott Poseidon in seiner Frau Pasiphae das überwältigende Verlangen nach diesem Stier entfachte. Von Daidalos, dem genialen Baumeister, ließ sie sich eine hölzerne Kuh anfertigen, in der sie den Stier empfing.

Jorge Ribalta
geb. 1963 in Barcelona, lebt in Barcelona

Playa de la Marquesa bis Garxal. 11 September 2013. Aus der Serie Eel Story. Delta Notebook, 2005-2014
Serie aus Schwarzweiß-Fotografien, Inkjetprints auf Papier
---
Der Ebro-Fluss markiert eine Art symbolische geografische Grenze zwischen den katalonisch- und spanischsprachigen Regionen Spaniens. Es handelt sich um den größten Fluss des Landes. Das Delta umfasst verschiedene Lagunen und ist ein wichtiger Ort für Wandervögel. Es wurde 1983 zum regionalen Wildschutzgebiet und 2015 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. 2000 formierte sich in der katalanischen Region am niederen Ebro eine massive Protestbewegung gegen den Nationalen Wasserhaushaltsplan der spanischen Regierung, der eine Umverteilung des Ebro-Wassers in die trockeneren Regionen vorsah. Die Argumente gegen den Plan beriefen sich zunächst auf ökologische Bedenken und richteten sich gegen die urbanen und wirtschaftlichen Spekulationsprojekte im unter Trockenheit leidenden Süden. Die neuen katalanischen Sezessionsbewegungen, die 2012 aufkamen, verliehen den Symbolen der Bewegung indes eine neue nationalistische Färbung.
Ich besuche das Delta seit Mitte der 1990er-Jahre und begann 2005 dort zu fotografieren. Bis heute handelt es sich dabei um ein work in progress, das den Ort tagebuchartig dokumentieren möchte. Für diese Ausstellung habe ich Szenen ausgewählt, die einen Spaziergang vom Marquesa-Strand bis zum Garxal-Wildschutzgebiet festhalten, den ich am 11. September 2013 unternahm. Der 11. September ist der katalanische Nationalfeiertag, der 2013 mit einer großen Menschenkette für die Unabhängigkeit begangen wurde. Die Kette breitete sich vom Norden bis zum Süden, von der französischen Grenze bis zur Region Valencia über katalanisched Territorium aus. Es war ein riesiges Medienspektakel. Mein fotografischer Spaziergang versteht sich als genaues Gegenbild zu diesem Event, das die Idee von politischer Unabhängigkeit banalisierte. Er zeigt den anti-heroischen Alltag. Was ich vorfand: eine fortdauernde Rave-Party vom Vortag, deren Rhythmen entlang des gesamten Strandes zu hören waren, Camper, Kite-Surfer, Leute, die mit ihren Hunden am Strand spazierten und BesucherInnen des Wildschutzgebietes. (Jorge Ribalta, Auszüge aus einem längeren Text)

Wu Tsang
geb. 1982 in Massachusetts, USA
 
The Shape of a Right Statement, 2008
Video, Farbe, Ton, 5 Min.
Courtesy: der Künstler, Clifton Benevento (New York), Michael Benevento (Los Angeles) und Isabella Bortolozzi Galerie (Berlin)
---
In The Shape of a Right Statement (2008) reinszeniert Wu Tsang Amanda Baggs' YouTube-Manifest In My Language (2007), in dem sie sich für das Personsein und die Rechte von Autisten stark macht und um wirkliches Verständnis wirbt. Dabei rezitiert Tsang nicht nur, sondern imitiert mittels einer von ihm als „full body quotation“ beschriebenen Schauspieltechnik sowohl Tonfall als auch Erzähltempo und Ausdrucksweise von Baggs' durch einen Sprachcomputer generierten Rede. Die Idee dieser möglichst präzisen Nachahmung ist es, Authentizität und Intention der Sprechenden zu hinterfragen und den ursprünglichen Inhalt durch eine Kontextverschiebung anders lesbar zu machen. Durch diese Aneignung und Verkörperung Tsangs, welche die sprachlichen Strukturen hinter vielen Formen von Diskriminierung herausarbeiten, wird aus dem zunächst spezifischen Plädoyer für die Rechte von Autisten ein vielfältig lesbares Statement, das sich auf viele „andere“ beziehen lässt. (Quelle: Migrosmuseum, Zürich)

Stefanos Tsivopoulos
geb. 1973 in Prag, lebt in New York

Archive of Alternative Currencies: An Archive and a Manifesto (Alternative Währung. Ein Archiv und Manifest), 2013
Inkjet Prints, Auswahl
Courtesy: der Künstler und Kalfayan Galleries, Athen, Thesaloniki
---
Die grafische Wandarbeit Archive of Alternative Currencies ist im Kontext der Drei-Kanal-Videoinstallation History Zero entstanden. Das Archiv umfasst Bilder und Texte zu verschiedenen Ansätzen und Modellen alternativer, nicht-monetärer Tauschsysteme. Es versteht sich als ein politisches Statement, das eine  Umgestaltung der Ökonomie in Richtung autonomer kommunaler Formen des Überlebens und des Widerstandes vorschlägt.

Geometry of Fear, 2012
Video, Farbe, Ton, 7 Min.
Courtesy: der Künstler und Kalfayan Galleries, Athen, Thesaloniki
---
2012, zu Beginn der derzeitigen Krise in Griechenland, war das Land zwischen zwei Nationalwahlen im Mai und Juni für 37 Tage ohne Regierung. Tsivopoulos erhielt die Möglichkeit, während dieses „Ausnahmezustands“ das menschenleere Parlament zu filmen.

Yelena Vorobyeva / Viktor Vorobyev
Y.V.: geb. 1959 in Nebit-Dag, Turkmenistan, V.V., geb. 1959 in Pavlodar, Kasachstan

Neototalitarismus, 2015
Acryl auf Wand
---
Vom Motiv des Opfertieres ausgehend entwerfen Yelena Vorobyeva und Viktor Vorobyev ein komplexes Diagramm zum Neototalitarismus.

deueng
suchenImpressum
instagramfacebooktwitteryoutube
Schlossplatz 2
D-70173 Stuttgart
Fon: +49 (0)711 - 22 33 70
Fax: +49 (0)711 - 29 36 17
Württembergischer Kunstverein Stuttgart