Utopian Pulse – Flares in the Darkroom

EINFÜHRUNG

Vom 20. Juni bis 16. August 2015 zeigt der Württembergische Kunstverein in Stuttgart die Ausstellung und Veranstaltungsreihe Utopian Pulse – Flares in the Darkroom (Utopischer Impuls – Flackern im Darkroom).

Das von den beiden österreichischen KünstlerInnen Oliver Ressler und Ines Doujak initiierte Projekt, das im letzten Jahr in der Wiener Secession stattfand, erkundet entlang konkreter gesellschaftspolitischer Zustände utopische Projektionen, die der Abspaltung von der konkreten Gegenwart und dem Widerstand gegen dieselbe dienen könnten.

Utopie wird hier verstanden als eine immer schon unvollständige Alternative, als eine innerhalb des Bestehenden erfolgende Anrufung von etwas, das mit diesem unvereinbar ist, ja ihm feindlich gegenübersteht. Es handelt sich um eine Negation des Bestehenden, um die Feststellung, dass etwas fehlt, aber auch um ein – zwangsläufig unvollkommenes – Bekenntnis zu dem, was (noch) nicht ist: Utopie als Behauptung des Unrealisierten im Realen und gegen das Reale.

Utopian Pulse – Flares in the Darkroom wurde in Wien in Form von acht aufeinanderfolgenden einwöchigen Salons gezeigt – jeweils konzipiert von weiteren internationalen KokuratorInnen. Vier dieser Salons werden in Stuttgart parallel, jedoch in veränderter und in das Format Ausstellung übertragener Form präsentiert: Der Salon Klimbim (Fahim Amir und Ines Doujak), der Salon Public Happiness (Öffentliches Glück, Christoph Schäfer), der Salon Fluchthilfe (Zanny Begg) und Cuartos de Utopía (Räume der Utopie; Pedro G. Romero und Máquina P.H.).

Im Zentrum der Ausstellung befindet sich ein großes Zelt aus bunten Stoffstreifen, das gemeinsam mit einer Discokugel und einer Reihe von Podesten das Display des Salon Klimbim bildet. In Wien diente es als Rahmen der Auftaktveranstaltung von Utopian Pulse – ein gleichermaßen rauschendes Fest und politisches Manifest, das in Stuttgart in Form einer filmischen Dokumentation präsent sein wird. In Stuttgart liefert es die Bühne und das Display für ein dichtes Programm aus Vorträgen, Workshops und Performances, das um künstlerische und aktivistische Entwürfe, Projektionen und Projekte des Utopischen kreist. Zu den Besonderheiten dieses performativen Charakters der Ausstellung zählt überdies die tägliche Lesung eines utopischen Manifests durch Mitglieder des Stuttgarter Bürgerchors.

Die drei weiteren Salons loten die Grenzen und Möglichkeiten utopischer Entwürfe im Kontext des umkämpften städtischen Raums – konkret am Beispiel von Hamburg und Istanbul (Salon Public Happiness) –, der Flucht bzw. der Ansätze eines radikalen Offenseins dem Anderen gegenüber (Salon Fluchthilfe) sowie der Kulturen des Flamencos (Cuartos de Utopía) aus.

Ein weiteres Element der Ausstellung sind 14 künstlerisch gestaltete Banner, die für die Ausstellung in Wien entstanden sind.

Zum Projekt ist eine Publikation entstanden, die im Württembergischen Kunstverein erhältlich ist.

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