19. Oktober 2019 - 12. Januar 2020
Sleeping with a Vengeance, Dreaming of a Life
Eine Ausstellung des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart

Kuratiert von:
Ruth Noack

Künstler*innen:

Florencia Almirón, Clara Amaral, Alaa Abu Asad, Ibon Aranberri, Zbyněk Baladrán, Matthijs de Bruijne, Livio Casanova, Ulufer Çelik, Agata Cieślak, Alice Creischer, Chris Curreri, Anna Dacqué, Danica Dakić, Anna Daučíková, Teresa Distelberger, Ines Doujak, Haytham el-Wardany, Gangart, Tina Gverović, Matt Hinkley, Hu Wei, Dominique Hurth, Sanja Iveković, Luis Jacob, Sanne Kabalt, Franz Kapfer, Gülsün Karamustafa, Denisa Lehocká, Miao Ying, Nabuqi, Alejandra Riera, Annette Ruenzler, Jürgen Stollhans, Isabelle Sully, Alia Syed, Leeron Tur-Kaspa, Wendelien van Oldenborgh, Simon Wachsmuth, Xie Nanxing, Xie Qi, Baha Görkem Yalim, Zheng Mahler

Einführung

Vom 19. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020 zeigt der Württembergische Kunstverein die bis dato umfangreichste Fassung der Ausstellung Sleeping with a Vengeance, Dreaming of a Life, welche zuvor in Griechenland, China und Tschechien anskizziert wurde. Ruth Noack, designierte Gründungsdirektorin von The Corner at Whitman-Walker in Washington DC, hat mehr als 40 Künstler*innen aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten eingeladen, die gegenwärtige Politik des Schlafens und des Träumens künstlerisch zu verhandeln. Wir leben in Zeiten, in denen der Schlaf als biopolitische Ressource gilt und sind angehalten, ihn effizienter zu gestalten oder gar ganz abzuschaffen. Wenn der Schlaf derart besetzt wird, wie können wir dann noch träumen?

Dennoch hat es immer wieder Menschen gegeben, die Schlaf als widerständige Form einsetzen, etwa indem sie schlafen, anstatt zu arbeiten oder schlafen, wo das nicht vorgesehen ist, beispielsweise im öffentlichen Raum. Zugleich wurde das Träumen auch immer wieder mit dem (Gegen-) Entwurf eines guten Lebens assoziiert, etwa in Martin Luther Kings berühmtem Satz: "I have a dream...".

Das kuratorische Modell von Sleeping with a Vengeance, Dreaming of a Life wendet sich gegen Effizienzparadigmen und Produktionsschemata der zeitgenössoschen Kunstindustrie, die in keiner Relation zu den tatsächlichen Produktionsbedingungen stehen und Ausstellungen oft ihren Möglichkeitsraum nehmen. Stattdessen wird das Medium Ausstellung als eine Gelegenheit gesehen, miteinander Wissen zu produzieren. Sleeping with a Vengeance, Dreaming of a Life begann 2018 als Serie von Ausstellungsskizzen, gemeinsam und solidarisch getragen von kleinsten Institutionen, den Künstler*innen, die ihrerseits Skizzen, Zeit und Knowhow einbrachten, sowie der Kuratorin, und wird von Mal zu Mal weiterentwickelt. Mit jeder Station kamen neue Skizzen hinzu und alte wurden weiter entwickelt. In Stuttgart wird nun eine Auswahl realisiert. Es handelt sich also nicht um eine klassische Wanderausstellung, sondern um ein work in progress, das sich mit dem jeweiligen Ort, den Bedingungen und den Menschen ändert und von diesen lernt. In diesem offenen Rahmen soll Schlaf in seiner gegenwärtigen spätkapitalistischen Funktion als Ressource nach seinen subversiven Potenzialen hinterfragt werden. Kann der Akt des Schlafens und des Träumens in einem Alltag des ständigen Produzierens und Konsumierens als widerständige politische Handlung verstanden werden?  

deueng
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