Quilt #31 (Lorenza Böttner), 2020, Courtesy BQ, Berlin

Philipp Gufler, Quilts

VORTRAG + FILMVORFÜHRUNGEN
Samstag, 30. Oktober 2021, 18 Uhr
Anmeldung erwünscht unter: zentraleremove-this@remove-thiswkv-stuttgart.de
Kostenfrei

Vortrag und Filmvorführungen zu verschiedenen queeren und anderen Protagonist:innen aus Philipp Guflers Quilt-Serie.

Philipp Gufler präsentiert in der Ausstellung Actually, the Dead Are Not Dead. Techniken des Werdens eine umfangreiche Auswahl seiner Quilts (2013 – laufend), einer Serie von mehr als vierzig vielschichtigen Textilarbeiten, die jeweils einer oder mehreren historischen Persönlichkeiten oder, in einigen Fällen, archivalischen queeren Zeitschriften gewidmet sind. Gufler gedenkt mit seiner ersten Serie von Quilts Persönlichkeiten, die an Krankheiten im Zusammenhang mit AIDS gestorben sind. Dabei bezieht er sich direkt auf das NAMES Project AIDS Memorial Quilt, das 1987 als gemeinschaftliches Volkskunstwerk initiiert wurde, um kollektiv die Opfer der AIDS-Pandemie zu betrauern und zu ehren, sowie auf die Marginalisierung der Erinnerungskultur rund um das Virus und des größeren Kontexts unbeachteter queerer und nicht-normativer Geschichten in Deutschland.

Drei dieser frühen Quilts werden in Stuttgart präsentiert, gewidmet dem Schriftsteller Ronald M. Schernikau (#2), dem Countertenor und der Queer-Ikone Klaus Nomi (#3) sowie dem Fassbinder-Schauspieler und Dramatiker Kurt Raab (#6). Seitdem hat Gufler den Referenzbereich für seine Quilts Stück für Stück ausgeweitet: auf eigene Forschungsinteressen, persönliche Begegnungen, Freundschaften und Verehrungen. Durch die liebevolle und oftmals geradezu verschwenderische Wahl von Textilien, Materialität, formalen Bezügen und Oberflächen, die die Komplexität des Lebens und seiner Erzählungen widerspiegeln, reagiert jeder Quilt auf unverwechselbare Weise auf die Person, der er gewidmet ist. Die für den WKV getroffene Auswahl umfasst Persönlichkeiten aller Generationen, Geschlechter und Nationen; etwa den Richter und Autor Daniel Paul Schreber (#18), dessen Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken seit ihrer umstrittenen Interpretation durch Sigmund Freud als prominente psychoanalytische Fallstudie dienen, die postmoderne Schriftstellerin Kathy Acker (#20), die Bühnenkünstlerin, Sexarbeiterin und Transaktivistin Kirsten Nilsson (#19) oder den bahnbrechenden Sexualwissenschaftler und Verfechter der Rechte von Schwulen und Transgender-Personen Magnus Hirschfeld (#32).

Viele der Quilts ehren Künstlerkolleg:innen. Zwei von ihnen, deren Quilts nun in Stuttgart ausgestellt werden, hatten bereits große Einzelausstellungen im WKV: Kriwet (#27) im Jahr 1975 und Lorenza Böttner (#31) im Jahr 2019: Eine Retrospektive, die Gufler dazu inspirierte, ihr diesen Quilt zu widmen.  

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