Carrie Mae Weems. The Evidence of Things Not Seen

The Glenstone #1, 2018 © Carrie Mae Weems. Courtesy of the artist, Jack Shainman Gallery, New York

12. März – 3. Juli 2022
Eröffnung: Freitag, 11. März 2022, 19 Uhr
Auftaktprogramm: 12.–13. März 2022

The Evidence of Things Not Seen ist die erste umfassende Einzelausstellung der Künstlerin Carrie Mae Weems in Deutschland.

Weems zählt zu den wichtigsten und einflussreichsten zeitgenössischen Künstler:innen der USA, deren Wirkung weit über die Kunstszene hinausreicht. 2014 war sie die erste afroamerikanische Künstlerin, der das Guggenheim Museum in New York eine Retrospektive widmete.

Mit rund 40 Werken, darunter umfangreiche Fotoprojekte, Videos, Objekte und Installationen, bietet The Evidence of Things Not Seen eine komplexe Sicht auf Weems' in über 35 Jahren entwickelte künstlerische Praxis. Speziell für die Ausstellung in Stuttgart wird ein immersives raumgreifendes Setting entwickelt, das den vielfältigen Ansätzen der Künstlerin zur Erweiterung der Fotografie und ihrer Präsentationskonventionen folgt. Der Titel der Ausstellung ist dem gleichnamigen Buch des Schriftstellers James Baldwin entlehnt.


Carrie Mae Weems beschäftig sich in ihren Werken mit der Befragung und Aneignung  historischer Narrative, wie sie von Denkmälern, Architektur, Kunst, Sprache oder Massenmedien wie der Fotografie erzeugt werden. Sie legt dabei frei, was diese Narrative verdrängen. Zugleich zeigt sie die Konstruktionen von Rasse, Geschlecht und Klasse auf, die durch Fotografie und andere Repräsentationsformen hervorgebracht werden und dekonstruiert diese.

In der umfangreichen Ausstellung setzt Weems der Geschichte der Gewalt eine Geschichte des Widerstands entgegen, in der Körper, Schönheit, Rituale und Spiritualität eine zentrale Rolle spielen. Auf diese Weise zeigt sie mögliche andere Verläufe der Vergangenheit und damit auch der Zukunft auf. Denn es ist die Zukunft, an die sich Weems mit ihren kritischen Befragungen der Geschichte wendet.

Die eigens für die Präsentation im Württembergischen Kunstverein neu produzierte Fotoserie Monuments, die bisher nur in Form eines Buches vorlag, untersucht konkret die kolonialistischen Implikationen des öffentlichen Gedenkens und knüpft somit an hochaktuelle Diskurse an.

Dies gilt auch für eine Reihe von Foto- und Videoprojekten, die sich mit der jüngeren Polizeigewalt gegen Afroamerikaner:innen in den USA auseinandersetzen. In diesen Werken werden Motive von Flucht, Trauer, Erinnerung und Protest zu poetischen Manifesten gegen das Vergessen verwoben.

Die Erkundung von Landschaften und den darin eingeschriebenen Spuren der Diaspora, die Beziehungen zwischen Architektur und marginalisierten Körpern, die Zweideutigkeit von Populärkulturen wie Karneval und Varieté sowie die poetischen und politischen Implikationen von Stimme und Musik sind ebenfalls wichtige Bezugsfelder in der Ausstellung.  

The Evidence of Things Not Seen wird vom Württembergischen Kunstverein in Zusammenarbeit mit der Fundación Mapfre (Madrid, Barcelona) organisiert und großzügig von der Kulturstiftung des Bundes sowie der Baden-Württemberg Stiftung unterstützt.

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Carrie Mae Weems
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