Carrie Mae Weems. The Evidence of Things Not Seen

FILMREIHE
mit Videos der Künstlerin Carrie Mae Weems

Audre Lorde: The Berlin Years, 2012
May Days Long Forgotten, 2003–2004
May Days Long Forgotten, 2003–2004
The Madding Crowd, 2013
The Madding Crowd, 2013
People Of a Darker Hue, 2016
People Of a Darker Hue, 2016
Ode to My Father, 2003–2004
Ode to My Father, 2003–2004

Im Rahmen der Ausstellung Carrie Mae Weems. The Evidence of Things Not Seen veranstaltet der Württembergische Kunstverein ab April eine montalich stattfindende Filmreihe, bei der sowohl ausgestellte als auch nicht-ausgestellte Videoarbeiten von Weems sowie anderer Autor:innen zu sehen sind. Bei Getränken findet im Anschluss an das jeweilige Screening eine offene Diskussionsrunde statt, in der die Besucher:innen eingeladen sind, sich tiefer über angesprochene Themen und eingesetzte künstlerische Mittel auszutauschen.
Disclaimer: In einigen der gezeigten Arbeiten wird rassistische Gewalt gezeigt.
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Mittwoch, 15. Juni, 19 Uhr
Ausgesucht und moderiert von Yara Richter

Audre Lorde - The Berlin Years 1984 to 1992, 2012, 79'

An unserem dritten Filmabend zeigen wir den Film “Audre Lorde - The Berlin Years 1984 to 1992” aus dem Jahr 2012 von Dagmar Schultz. Audre Lorde, die einflussreiche, preisgekrönte afro-amerikanische, lesbische Dichterin lebte und lehrte in den 1980er Jahren in West-Berlin. Während ihres Aufenthaltes als Gastprofessorin wurde sie zur entscheidenden Mentorin und Initiatorin der Afro-Deutschen Bewegung. Der Film nutzt Video- und Audioaufnahmen aus verschiedenen archivarischen Quellen, von Lorde vorgetragene Gedichte und Prosa, Fotos und Interviews mit Zeitgenossinnen, um Lordes Beiträge zum deutschen Diskurs über Rassismus, Xenophobie, Antisemitismus, Klassenunterdrückung und Homophobie zu vermitteln.
In der anschließenden Diskussion tauschen wir uns über Wege der interkulturellen Vernetzung von Aktivist:innen aus. Wir besprechen Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Lehren, die zwischen antirassistischem Aktivismus in verschiedenen Regionen der Erde hervortreten. Dies betten wir in den postkolonial-transatlantischen Kontext von Weems’ Arbeiten ein.

Der Film wird auf Englisch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Die Diskussion wird auf Englisch stattfinden.

Synopse zum Film:

Audre Lorde, the highly influential, award winning African-American lesbian poet came to live in West-Berlin in the 1980s. During her stay as a visiting professor, she was the crucial mentor and catalyst who ignited the Afro-German movement. Showing video- and audio recordings from different archival sources, poems and prose recited by Lorde, photos and interviews with contemporaries, the film conveys Lorde’s contributions to German discourses on racism, xenophobia, antisemitism, classism and homophobia.

Trailer:
www.audrelorde-theberlinyears.com/presskit.html


SYNOPSEN
(Alphabetische Reihenfolge)

Comedy, 2016
2:26'
Die Videoarbeit "Comedy" geht auf Weems' Fotoserie "Ain't Joking" von 1987-88 zurück, die sich mit rassistischen Witzen auseinandersetzt. In dem Video ist Weems die Witze-Erzählerin, die wir aus dem Off hören, während das Bild die animierten Scherenschnitte zweier Frauen im Stil des 19. Jahrhunderts zeigt. Durch ihre permanenten übermäßigen Lachanfälle, die vor allem vom Schrecken über das Gesagte zeugen, bringt sie die Pointen kaum zu Ende. Weems konfrontiert die Betrachter:innen mit diesem nur schwer erträglichen Schrecken.

May Days Long Forgotten (Längst vergessene Mai-Tage), 2003–2004
Video, Farbe, Ton, 7:50'
Das Video zeigt die Slow-Motion-Aufnahmen zweier afroamerikanischer Mädchen, die vor dem Hintergrund eines blauen Himmels mit weißen Wolken um einen Maibaum tanzen. Durch ihr konstantes Kreisen lösen sich ihre Konturen immer wieder auf, zugleich haben sie die Betrachter:innen fest im Blick.

Meaning and Landscape, 2003–2004
12:25'
Meaning and Landscape
ist ein Ausschnitt aus Weems' Videoarbeit Coming Up For Air aus den Jahren 2002-05. Neben Found Footage Material zeigt diese Arbeit Schattenbilder, die an die Scherenschnitttechnik erinnern. Unterlegt mit dem Klavierstück "In a Landscape" (2009) von Rossella Spinosa setzt die Arbeit Royalität und Herrschaftsgesten mit Dienertum und Sklaverei in ein Spannungsverhältnis, das durch Tanz, sowie sexuelle Dominations- und Submissivitätsakte verhandelt wird. Es stellt sich stets die Frage, was hinter den Kulissen und im Privaten passiert. Damit wirft Weems auch Fragen nach Repräsentation und historisch aufgeladenen Machtverhältnissen auf.


Ode to My Father (Ode an meinen Vater), 2003–2004
Video, schwarzweiß, Ton, 6:36'
Ode to My Father greift die Tradition der Jazz-Beerdigung in New Orleans auf, insbesondere die Rituale der sogenannten second-line, der hinteren Reihen der öffentlichen Prozession, auf der geladene wie spontane Teilnehmer:innen den Angehörigen und der Blaskapelle mit Tanz, drehenden Sonnenschirmen und gewedelten Taschentüchern folgen. Von der Musik bis zu den Bewegungen der Menge verwebt diese Tradition Klage mit Euphorie, Melancholie mit Ekstase und Leben mit Tod. Sie macht Trauer zu etwas Teilbarem.


People Of a Darker Hue (Menschen einer dunkleren Hautfarbe), 2016
Video, schwarzweiß und Farbe, Ton, 14:52'
In mehreren Foto- und Videoarbeiten beschäftigt sich Weems mit der jüngeren strukturellen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner:innen, die in den USA 2013 die Bewegung Black Lives Matter hervorbrachte. In dem Video People Of a Darker Hue, das auf der Performance Grace Notes: Reflections for Now basiert, werden Motive der Flucht, Trauerarbeit, des Gedenkens und Protestes zu einem poetischen Manifest wider das Vergessen verwoben.


The Madding Crowd (Die rasende Menge), 2013
Video, schwarzweiß und Farbe, Ton, 7:35'
Das Video The Madding Crowd ist eine dichte, von der Musik Gregory Wanamakers getragene Assemblage aus Audio- und visuellen Found-Foutage-Fragmenten. Es handelt sich um Aufnahmen aus dem Umfeld der Schwarzen Bürgerrechtsbewegungen der 1960er-Jahre in den USA sowie weißer Gruppierungen, die sich gegen die Emanzipation und Gleichberechtigung von Afroamerikaner:innen richten. Zu Wort kommen James Baldwin, Malcolm X, Dorothy Height, Shirley Chisholm, William F. Buckley, Sidney Poitier, Charlton Heston, Fannie Lou Hamer, Marlon Brando, Harry Belafonte und viele mehr.

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