Bild: Ausschnitt aus dem Plakat zur Ausstellung: Walter Renz, Württembergischer Kunstverein, 1986
Die Musiker Durand, Oettl und Spaeth bei den Proben

Eine Hommage für Tilman Osterwold (1943-2021)

"Ich bin immer und grundsätzlich für die Künstler"

Ausstellung in den Querungen des WKV
26.6. - 10.7. 2022

Eröffnung am Samstag, 25.6., 19 Uhr
mit Musik von Werner Durand, Wolfram Oettl und Richard Spaeth: Wechselhafte Stimmung aus dem Oval

Von 1973 bis 1993 war Tilman Osterwold Direktor des Württembergischen Kunstvereins. In dieser Zeit prägte er die Institution mit seiner kuratorischen Handschrift, die themen-, epochen- und genreübergreifend war. Schwierige politische Themen bearbeitete er ebenso wie Phänomene der Alltagskultur.

1973, zum Antritt seiner Tätigkeit, wird sein Ansatz wie folgt gefasst: „Tilman Osterwold hat ein klares Konzept. Er denkt in zusammenhängenden Themenketten, mit multididaktischem Hintergrund: ‚ich möchte nicht der Wurmfortsatz des Kunsthandels sein und einzelne Künstler herausfummeln.‘ Kunst im konkurrierenden Verhältnis zu den Massenmedien – das ist der Oberbau, der heiße Draht der Kunst hin zur Wirklichkeit. Fakten, und nicht schöner Schein. Osterwold sagt: ‚Ich bin immer und grundsätzlich für die Künstler.‘“*

In einer Rückschau, die, gemessen an den ca. 140 Ausstellungen, die Tilman Osterwold in den 20 Jahren seiner Direktion realisierte, nur ausschnitthaft sein kann, werden wir versuchen, grundsätzliche Linien seiner Arbeit mittels Plakaten, Archivmaterialien und einer eigens zusammengestellten Bibliothek aufzuzeigen.

*Zitiert nach: Gerd Winkler, Kommunen, Künstler und Banausen, Kunstforum, Bd.: 6/7, 1973

 

Zur Musik:

Das Stück 

Seit vielen Jahren treffen sich Musiker aus verschiedenen Teilen Europas und der Welt im Nordschwarzwald zum „Sommer in der Datscha“, um ihre rein intonierte Musik gemeinsam stetig weiterzuentwickeln. Drei von ihnen präsentieren am 25.6.2022 anlässlich des ersten Todestags von Tilman Osterwold den aktuellen Stand ihrer Arbeit erstmals der Stuttgarter Öffentlichkeit. Mit Wechselhafte Stimmungen aus dem Oval intonieren Werner Durand aus Berlin, Wolfram Oettl aus Augsburg und Richard Spaeth aus Gültlingen mit PVC-Klarinetten, Cembalo und Streichlaute minimalistische Strukturen in reiner Stimmung.

Die Musiker

Werner Durand spielt sowohl Saxophon als auch selbst-entworfenen Blasinstrumente. Dabei hat er sich auf die reine Stimmung  spezialisiert. Neben   seiner langjährigen Partnerin, der Dhrupad- Sängerin Amelia Cuni, hat er mit Komponisten wie Arnold  Dreyblatt, David Behrman, Henning Christiansen zusammengearbeitet  und  war Mitbegründer diverser experimenteller Ensembles.

Wolfram Oettl ist sowohl in der Alten als auch Neuen Musik bewandert. Innerhalb seines zeitgenössischen Repertoires gibt es einen Schwerpunkt auf Minimalismus und Repetition. Beim Label KAIROS erschien 2021 die CD "Bernhard Lang, Works for piano solo".  Durch Richard Spaeth wurde die Beschäftigung mit Mikrotonalität angeregt und es entstanden Versuche zu Klavierstimmungen mit den Intervallverhältnissen der Naturtonreihe.

Richard Spaeth erforscht seit den 80er-Jahren die Bewegung des "Wiederkehrens" und ihre Wahrnehmung als Ton. Er gründete verschiedene Ensembles für Reinintonation und Mikrotonalität. Im Jahr 2000 zeigte der Württembergische Kunstverein sein Werk "Aria" in einer Einzelausstellung. 2006 baute er im Nordschwarzwald die "Datscha“, ein offenes Haus für Musik.

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