Widerständige Musen. Delphine Seyrig und die feministischen Videokollektive im Frankreich der 1970er und 1980er Jahre

Delphine Seyrig und Ioana Wieder, 1976, Courtesy: Centre audiovisuel Simone de Beauvoir, Foto: Micha Dell-Prane

25. Februar – 7. Mai 2023

Die Ausstellung Widerständige Musen. Delphine Seyrig und die feministischen Videokollektive im Frankreich der 1970er und 1980er Jahre geht den Überschneidungen zwischen den Geschichten des Kinos, des Videos und des Feminismus nach. Die Ausstellung beleuchtet ein Netzwerk kreativer und politischer Akteurinnen rund um die Schauspielerin, Videomacherin und Aktivistin Delphine Seyrig und entwirft so eine Geschichte des Feminismus als Mediengeschichte.

Delphine Seyrig (1932–1990) wurde bekannt als Schauspielerin im französischen Autorenkino, vor allem in Alain Resnais' Letztes Jahr in Marienbad (1961). Seit den 1970er Jahren engagierte sie sich als feministische Aktivistin und arbeitete mit Filmemacherinnen wie Chantal Akerman, Marguerite Duras oder Ulrike Ottinger zusammen. 1975 spielte sie die Hauptrolle in Chantal Akermans ikonischem feministischen Film Jeanne Dielman. 23 quai du Commerce, 1080 Bruxelles, der 2022 in einer Umfrage des britischen Filmmagazins Light and Sound zum besten Film aller Zeiten gekürt wurde.

Um 1975 gründeten Seyrig, Carole Roussopoulos und Ioana Wieder das Kollektiv Les Insoumuses (Die widerständigen Musen) und produzierten Videos, die zu einem emanzipatorischen Werkzeug und Medium des politischen Aktivismus wurden. Aus diesem Kollektiv ging 1982 das Centre audiovisuel Simone de Beauvoir in Paris hervor.

Fotografien, Filme und andere Werke bedeutender Künstlerinnen und Filmerinnen vermitteln in der Ausstellung die vielfältigen politischen Fragen und Forderungen, die in diesem historischen Moment gestellt wurden und bis in die Gegenwart nachwirken. Struktureller Sexismus (nicht nur) in der Filmindustrie, die Unsichtbarkeit von Frauen als Kulturproduzentinnen und soziale Akteurinnen sind tiefgreifende und anhaltende Missstände. Die Ausstellung zeigt zugleich auf, wie Frauen zu wirksamen politischen Akteurinnen werden und im Kampf um Selbstbestimmung erfolgreich sein können.

Künstler*innen
Fani Adam, Etel Adnan, Florence Assouline, Claire Atherton, Ti-Grace Atkinson, Mary Barnes, Cathy Bernheim, Danièle Bordes, Aloïse Corbaz, Francoise Dasques, Micha Dell-Prane, Catherine Deudon, Marguerite Duras, Éditions des Femmes, Anne Faisandier, Claire Goriot, Henriette Grindat, Ellsworth Kelly, Erica Lennard, Guy Le Querrec, Les Insoumuses, Babette Mangolte, Rosine Nusimovici, Ulrike Ottinger, Brigitte Pougeoise, Michèle Richer, Nadja Ringart, Yvette Roudy, Carole Roussopoulos, Paul Roussopoulos, Carlos Santos, Abraham Ségal, Delphine Seyrig, Valerie Solanas, Vidé, Ioana Wieder und andere

Kuratorinnen
Natasa Petresin-Bachelez, Giovanna Zapperi

Kuratorische Assistenz
Julia Hartmann

Eine Ausstellung des
Württembergischen Kunstvereins Stuttgart

Organisiert von
Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia Madrid

in Zusammenarbeit mit

Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Kunsthalle Wien
Centre audiovisuel Simone de Beauvoir Paris

Gefördert von
Kulturstiftung des Bundes
Kulturamt der Stadt Stuttgart
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg
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