Loretta Walz, Die Frauen von Ravensbrück

Dienstag, 13. Januar 2026, 19 Uhr
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90 Min., Regie: Loretta Walz, 2005

Im Rahmen der Ausstellung Dominique Hurth. Privathandtaschen dürfen zum Außendienst nicht mitgetragen werden zeigt der Württembergische Kunstverein den Film Die Frauen von Ravensbrück von Loretta Walz. Der Film dokumentiert die Erinnerungen von 48 Überlebenden des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück, darunter Violette Lecoq, deren Zeichnungen aus Ravensbrück nicht nur den Film strukturieren, sondern auch in Hurths Ausstellung zu sehen sind.

Auszug aus der Laudatio anlässlich der Verleihung des Grimme-Preises 2006:

„Der Film Die Frauen von Ravensbrück ist ein Film der Erinnerung, ein Film der Gesichter, ein Film über das Überleben und ein Film über die menschliche Würde. Loretta Walz versammelt die Aussagen und Erinnerungen von Frauen, die das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück überlebt haben …

Seit 25 Jahren hat die Autorin in der dokumentarischen Tradition von Eberhard Fechner und Claude Lanzmann Aussagen von mehr als 200 Frauen gesammelt. 48 von ihnen, aus 15 west- und osteuropäischen Ländern, kommen in dem Film zu Wort. So lässt sich auch begreifen, dass der Terror der Nazis international war. Die Frauen erzählen vom Alltag im Lager, von den entwürdigenden Ritualen, vom täglichen Kampf ums Überleben, von Zählappell und Zwangsarbeit, vom Widerstand, von kleinen Sabotageaktionen.

Medizinische Experimente, Hunger und Sterilisationen, Kinder und Geburten im Lager – all das wird in den Erinnerungen der Überlebenden reflektiert. Die Frauen sprechen auch über sehr intime Dinge, doch an keiner Stelle versucht der Film, damit zu spielen und sie spekulativ zu verwerten. Loretta Walz setzt ihre filmischen Mittel in einer strengen und klassisch-einfachen Weise ein. Sie rückt die Menschen in den Mittelpunkt, wissend, dass Gesichter und Gebärden gleichermaßen Auskunft geben können wie die Erzählungen. Geschickt montiert die Autorin die Gesprächsteile nach thematischen Blöcken, so dass durch die Erfahrung hindurch auch die Organisationsform und Arbeitsweise eines solchen Lagers verständlich wird. Dazwischen platziert sie Zeichnungen der französischen Künstlerin Violett Lacoq, die ausdrucksstark Episoden aus dem Lagerleben schildern.
Im Zentrum des Films aber steht die lebendige und genaue Erinnerung der Frauen. Gerade die konkreten und individuell geprägten Geschichten, die Details, in denen die ganze Grausamkeit des Lebens und Sterbens im Lager sich ausdrückt, hinterlassen bei den Betrachtern einen nachhaltigen Eindruck. Er liefert nicht nur jenen Zuschauern viele Informationen und nachhaltige Eindrücke, die nicht viel über Ravensbrück wissen, sondern auch jenen, die denken, über den faschistischen Terror in den Konzentrationslagern schon alles gehört und gesehen zu haben.

deueng
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