Dominique Hurth und Imogen Stidworthy: Über Gespräche
Montag, 12. Januar 2026, 19 Uhr
KÜNSTLERINNENGESPRÄCH
Mit Dominique Hurth und Imogen Stidworthy
Sprache: Englisch
Keep awake, keep awake, artist,
Do not give in to sleep…
You are eternity’s hostage
And prisoner of time
(Boris Pasternak, zitiert von Andrei Tarkowski)
Die Künstlerinnen Dominique Hurth und Imogen Stidworthy verbindet ein fünfzehnjähriger künstlerischer Dialog. Beide haben über diesen Zeitraum jeweils eigenständige Methoden und Praktiken der künstlerischen Forschung herausgebildet, die zugleich miteinander und mit anderen in Beziehung stehen.
Im Rahmen eines Künstlerinnengesprächs, das anlässlich der aktuellen Ausstellung Hurths im Württembergischen Kunstverein stattfindet, gehen sie der Bedeutung dieser Dialoge für ihre Arbeit nach. Anhand ihrer eigenen Werke sowie von Texten anderer Künstler*innen reflektieren sie die Frage nach der Einbettung von Forschung in ein skulpturales Werk sowie der Verschiebung von Dokumenten zum Material installativer Praktiken – zentrale Aspekte von Hurths Ausstellung im WKV.
Stidworthys Einzelausstellung im Württembergischen Kunstverein fand 2018 unter dem Titel Dialogues with People statt. Darin zeigte sie unter anderem ihre Installation Balayer. A Map of Sweeping (2024), für die Hurth ihre Stimme lieh.
Zu der Veranstaltung schreibt Dominique Hurth:
"Imogens Stimme war in gewisser Weise für mich schon präsent, noch bevor ich sie kennenlernte. Die englische Ausgabe von Andrei Tarkowskis Buch Sculpting in Time (deutscher Titel: Die versiegelte Zeit) stand viele Jahre in meinem Bücherregal, ohne dass ich wusste, dass ihre Mutter das Buch übersetzt hatte. Ich stelle mir gern vor, dass sie durch die Arbeit ihrer Mutter bereits in meinem Wohnzimmer präsent war, bevor ich sie traf.
Wörtlich aus dem Russischen übersetzt müsste der Titel des Buches „Eingefangene Zeit“ lauten. Vielleicht spiegelt der veröffentlichte Titel jedoch bereits wider, wie sowohl Imogens als auch meine Praxis in Dialog treten können: sei es in Bezug auf Bildhauerei als Geste, das Einfangen von Zeit als Dringlichkeit (in den Werken selbst oder deren Inhalten), auf (verfehlte) Übersetzungen, die Materialität von und das Eintauchen in Vokabular oder Linguistik, oder einfach auf Beharrlichkeit.
Ausgehend von 15 Jahren Gesprächen beschäftigt sich der Abend mit Auffassungen von Kollegialität, Dialog und Wechselseitigkeit, mit geteilten Bezugsfeldern – und vielleicht auch mit unseren Müttern, oder besser gesagt: mit der Präsenz vieler anderer Stimmen in dem, was als einzigartige künstlerische Praxis erscheinen mag."

