Werkgruppe2, "ANNA"
Patrick Fleischer, "BE YOU", 2024
"Die gemeinen Kleinigkeiten", Caroline Liebhart
Alina Wessel, Samuel Müller

FETT.es Event

KURZFILME UND PERFORMANCE

Samstag, 20. Juni 2026, ab 18:30 Uhr
Im Rahmen der Ausstellung FETT. findet am 20. Juni 2026 ein Event statt, bei dem sich alles rund um dicke und fette Körper dreht. Gezeigt werden nicht nur drei verschiedene Kurzfilme, sondern es wird auch eine Live Performance geben. Zu einem der Kurzfilme gibt es anschließend ein Q&A mit den beiden Filmemacher*innen, bei dem auch Besucher*innen Fragen stellen können.

Programm

ANNA
KURZFILM 
Content Note: Nacktheit, Essstörung

Anna erinnert sich an Geschichten aus ihrer Kindheit, die so häufig erzählt wurden, dass sie zur Selbstbeschreibung wurden. Anna als dickes Kind im Ballettunterricht, Anna mit einer befreundeten Familie in Venedig, Anna als Teenager in der Disco. Diese Erinnerungen sind Teil einer Identität, die sich über den dicken Körper definiert, über den implantierten Gedanken, falsch zu sein. ANNA ist der dritte hybride Kurzfilm von werkgruppe2, den diese zusammen mit der Performerin Katharina Bill entwickelt und realisiert hat. Die Texte wurden wortwörtlich aus Interviews mit dicken Frauen übernommen.

Werkgruppe2 ist ein Kollektiv aus der Regisseurin Julia Roesler, der Musikerin und Komponistin Insa Rudolph, der Dramaturgin Silke Merzhäuser und der Videografin Isabel Robson. Seit 2009 entwickeln sie hybride Projekte des dokumentarischen Storytellings, vorwiegend Film- und Theaterprojekte – zwischen Dokumentation und Fiktion, zwischen Schauspiel und Musiktheater, zwischen Stadt und Land. 

BE YOU
KURZFILM

Ein Performance-Künstler steht, vollständig in Gold gehüllt, im Zentrum einer Ausstellung über Körperbilder. Sein mehrgewichtiger Körper wird zum Objekt von Blicken, Projektionen und Bewertungen. Was zunächst wie eine stille Beobachtung wirkt, entwickelt sich zunehmend zu einer unangenehmen Dynamik zwischen Performer und Publikum. Die Grenzen zwischen Kunst und Realität beginnen zu verschwimmen, bis die Situation kippt und ein spürbarer Konflikt entsteht.
BE YOU ist ein fiktionaler Kurzfilm aus dem Jahr 2024. Entstanden unter der Regie von Patrick Fleischer an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und produziert von Laurina Ströll, verbindet er eine Vernissage mit filmischer Erzählung und entwickelt daraus eine eigenständige Auseinandersetzung mit Blickregimen und Wahrnehmung im Kontext von Körperbildern.

Die gemeinen Kleinigkeiten
KURZFILM

In der Welt der Waschbeckenaufsätze und Weight Watchers-Treffen fühlt sich Josef Hermann von seinem eigenen Gewicht erdrückt. Auch die Familie drängt ihn in eine Schublade. Eine Begegnung mit dem Rapper Monobrother und ein gemeinsames Ziel mit seiner besten Freundin helfen Josef schließlich, für sich selbst einzustehen.
„In Millisekunden ziehen wir über das Erscheinungsbild eines Anderen Rückschlüsse. Unser Körper gehört zu uns – die Hautfarbe, das Gewicht. Umso schlimmer ist es, wenn man das Gefühl hat, dass dieser Körper nicht richtig zu sein scheint. Als übergewichtiger Mensch bin ich mein Leben lang mit diesen Vorurteilen konfrontiert. Ich wollte die Geschichte über Josef erzählen, weil ich selbst schon mein Leben lang mit meinem Gewicht zu kämpfen habe. Die gemeinen Kleinigkeiten ist nicht nur eine persönliche Erzählung, sondern auch ein künstlerischer Versuch, die Vorurteile und Unsicherheiten in Bezug auf Äußerlichkeiten und die Stigmatisierung von Übergewicht in unserer Gesellschaft herauszufordern und zu beleuchten. Wir hoffen, dass der Film dazu beiträgt, eine tiefere, mitfühlendere Perspektive auf diese Themen zu schaffen.“

Performance vom Essay I have been called Beautiful exactly one time
PERFORMANCE

Wie fühlt es sich an begehrt zu werden, wenn dir von der Gesellschaft beigebracht wird, dass deinem Körper so etwas nicht zusteht? Dass dich nur Ekel, Hass und Abweisung erwartet, solltest du dich wagen, dir die Nähe zu einem anderen Körper zu wünschen? 
In Anlehnung an einen Monolog von Katie Hileman, erschafft die Schauspielerin Alina Wessel eine Figur die als dicke Frau gelernt hat, dass ihr Körper nicht attraktiv sein kann und die deshalb gar nicht daran geglaubt hat, dass es ihr passieren könnte, schön gefunden zu werden. Nicht Trotz, sondern gerade wegen ihres dicken Körpers. Das Publikum darf ihr dabei zuschauen, wie sie zum ersten Mal erfährt, dass es doch möglich ist.

deueng
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